G’sundes Südtirol: Trotz Atemnot aktiv bleiben

Gerade wer an Atemproblemen leidet, sollte so genannten Lungensport machen und auf die Bauchatmung achten, erklärt unser Radiodoktor Christian Thuile.

Wenn das Atmen schwer fällt, tendieren Betroffene eher dazu sich zu schonen und weniger zu bewegen, aber das ist ein großer Fehler, denn Lungensport ist eigentlich die einzige und effektivste Methode, um Lungenerkrankungen entgegenzuwirken. Schonung mag zwar für den Augenblick eine Entlastung darstellen und die Beschwerden lindern, langfristig bedeutet es aber, dass die Muskeln, die für die Atmung zuständig sind, immer weniger beansprucht werden und sich zurückbilden, wodurch die eh schon beeinträchtigte Atmung, noch schlechter wird. Die Lunge selbst besitzt keine Muskeln, die Muskeln des Brustkorbes und das Zwerchfell sind für die Atembewegung zuständig und damit auch dafür, dass wir genügend Luft bekommen. Und wie für alle Muskeln, lautet auch hierfür das oberste Gebot: Bewegung, Bewegung, Bewegung!

Schon ein leichtes Bewegungsprogramm steigert die Lebensqualität von Betroffenen und ermöglicht es ihnen den Alltag aktiver und besser zu gestalten, so Dr. Thuile. So genannter Lungensport verbessert ganz allgemein die Atemfähigkeit, auch und vor allem, wenn jemand unter Atembeschwerden leidet. Mehrere kleine Übungseinheiten über den Tag verteilt, langsam und bewusst ausgeführt, sind dabei besser als eine einzelne (zu) lange, anstrengende Trainingseinheit. 

Eine der einfachsten Übungen wäre die folgende: Setzen Sie sich entspannt hin und atmen ruhig durch die Nase ein, zum Ausatmen spitzen Sie die Lippen, so als möchten Sie pfeifen, füllen Ihre Backen dabei mit etwas Luft  (keine Hamsterbacken) und blasen die Luft mit einem Pfff-Ton ganz langsam aus. Schon dieses wirklich überall anwendbare Training, am besten mehrmals täglich angewandt, kann die Leistungskurve der Lunge um 25-30% verbessern und auch in Akutsituationen helfen.

Sehr zu empfehlen ist auch die Bauchatmung, eigentlich die natürlichste Art der Atmung, Kinder atmen für gewöhnlich ganz automatisch in den Bauch, übrigens auch wir Erwachsenen, wenn wir schlafen. Dabei wird die Lunge maximal entfaltet, es kommt wesentlich mehr Sauerstoff in unsere Lungenbläschen, der Gasaustauch ist effizienter, unser Blut wird besser mit Sauerstoff versorgt und wir verbrauchen dabei auch noch weniger Energie: Wir sollten uns angewöhnen immer so zu atmen! Die Bauchatmung funktioniert im Sitzen, genauso wie im Stehen und im Liegen. Am besten erkennen wir, wie sie funktioniert, wenn wir uns flach hinlegen, beide Hände auf Nabelhöhe auf den Bauch legen und langsam, bewusst in den Bauch einatmen und dabei die Bauchdecke nach außen drücken, sodass sich die Hände heben. Beim Ausatmen sinken die Hände wieder nach unten.

Empfehlenswerte Links zum Thema:

Lungensport.org und Lungeninformationsdienst.de

 

"Trotz Atemnot aktiv bleiben“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“. Tipps und Infos vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor Dr. Christian Thuile, tätig im Medical Center Quellenhof in St. Martin Passeier. Ihre Fragen können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).