G’sundes Südtirol: Stechmücken sind wählerisch

Dass Mücken auf Menschen mit „süßem“ Blut fliegen, ist längst widerlegt, erklärt unser Radio-Dr. Christian Thuile. Das beste Hausmittel bei Mückenstichen ist Zwiebel. 

Stechmücken haben ein sensibles Riechorgan und sind sehr wählerisch und suchen nach ganz bestimmten Ausdünstungsstoffen in unserem Schweiß. Aber wir riechen ja auch nicht jeden Tag gleich und sind deswegen mal mehr, mal weniger Ziel ihrer Stiche. Schwangere werden nachweislich häufiger gestochen, auch dickere Menschen und solche mit einer höheren Körpertemperatur. Auch unsere Gene spielen eine ganz entscheidende Rolle, weiß man seit kurzem, denn diese bestimmen auch, wie wir riechen. Und Mücken suchen sich ihre Opfer auch nach der Luft aus, die sie ausatmen, nach dem darin enthaltenen Kohlendioxidgehalt.

Die Entzündung, die sich nach einem Mückenstich in der Haut bildet, kann einen schlimmen Juckreiz auslösen und anschwellen. Sich zu kratzen ist aber die schlechteste Idee, denn durch unsere Nägel und kleine Verunreinigungen kann es auch zu schweren Infektionen kommen, im schlimmsten Fall sogar zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung. 

Die beste Vorbeugung ist lange, leichte und helle Kleidung, gerade am Abend und in der Früh, wo die Mücken am liebsten unterwegs sind. Und auch bestimmte ätherische Öle können vorbeugend gegen Mücken aufgetragen werden, allerdings sind diese nur vor kurzer Wirkdauer und müssen nach rund 1 Stunde erneut aufgetragen werden. 

Das beste Hausmittel gegen Mückenstiche ist eine halbierte Zwiebel, die man sich mit der Schnittstelle draufdrückt. Sie wirkt desinfizierend, kühlt und verhindert damit die Schwellung und reduziert den Juckreiz, so Dr. Thuile. Nahezu den selben Dienst kann uns auch eine halbierte Kartoffel oder eine Scheibe Zitrone tun. Kühlen hilft allgemein, beispielsweise auch mit etwas Milch von der Aloe Vera Pflanze (Vorsicht wegen Allergiegefahr) oder auch durch einen Wickel mit Hochprozentigem. Man kann auch ein feuchtes Tuch verwenden, am besten mit etwas Essig, der den Juckreiz ebenfalls lindern kann. Frische Blätter vom Spitzwegerich, die man für rund 2 Stunden mit einem Verband auf dem Mückenstich fixiert, sind auch eine sehr gute Hilfe. Genauso wie Gänseblümchen, die man mitsamt Blättern und Stil zerdrückt und auf die betroffene Stelle legt. 1 Teelöffel grobes Salz in einer halben Tasse kaltem Wasser auflösen und auf den Stich auftragen, auch das hilft, genauso wie Hitze: ein heißer Löffel oder eine heiße Münze oder einfach nur heißes Wasser, 45 – 50 Grad heiß, eine Temperatur, die wir gerade noch so auf der Haut ertragen, denn dabei werden jene Eiweiße der Mücke zerstört, die den Juckreiz auslösen. 

Dass der Konsum von Knoblauch oder Bier Mücken fernhält, ist wissenschaftlich nicht haltbar, aber das Einreiben mit Bier hilft tatsächlich vorbeugend, da es genau jene Düfte überdeckt, auf die Mücken bei uns fliegen. Als Erste-Hilfe-Maßnahme kann man sich auch einen Wickel mit hochprozentigem Alkohol machen, dieser kühlt durch die Verdunstungskälte und lindert damit den Juckreiz. Allerdings nur, wenn er sofort angelegt wird. 

„Stechmücken sind wählerisch“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).