G’sundes Südtirol: So geht’s unserem Magen gut

Unser zentrales Verdauungsorgan zerkleinert im Laufe unseres Lebens bis zu 80 Tonnen Lebensmittel, erklärt Radiodoktor Christian Thuile.

Wenn ein Organ, wie unser Magen, ein Leben lang praktisch ununterbrochen im Einsatz ist, geht das natürlich nicht immer ohne Probleme ab: rund ein Viertel von uns plagt sich mit Magenschmerzen, Sodbrennen, saurem Aufstoßen, Übelkeit, Blähungen, Völlegefühl, usw. herum. Alkohol, Rauchen, fettes, schnelles, üppiges Essen und besonders ständiger Stress schaden unserem Magen und führen dazu, dass er zu viel Säure produziert, seine Muskeln verkrampfen oder gar schlapp machen. Magenschmerzen können harmlos sein und wieder von alleine vergehen, werden sie aber heftiger, dauern länger als sieben Tage an oder treten wiederholt auf, sind sie dringend abzuklären.

Die rund 80 Tonnen Lebensmittel, die ein Magen im Laufe des Lebens verarbeitet, schafft er mit Hilfe von über 35 Millionen Drüsen in der Magenschleimhaut. Diese produzieren bis zu 80.000 Liter Magensaft, der mit der Verdauung beginnt und auch Krankheitserreger abtötet, damit sie nicht weitergelangen. Im Ruhezustand kann man sich den Magen wie einen Fußball ohne Luft vorstellen, wenn wir aber viel essen und womöglich auch noch schnell, dehnt er sich aus, drückt nach außen und die Bauchdecke wölbt sich nach vorne. Wegen zu eng sitzender Kleidung kann es sogar zu Durchblutungsstörungen kommen, mit stichartigen Schmerzen. Dazu kommt noch, dass er gegen die Unterseite des Zwerchfelles drückt und Atembeschwerden oder gar Kurzatmigkeit auslösen kann. Auch fettreiches oder blähendes Essen kann zu einem unangenehmen Völlegefühl führen oder es verstärken. Wer ständig das Aufstoßen unterdrückt und den Gasen, die sich im Magen bilden, den Ausgang verwehrt, spürt ebenfalls bald schmerzhafte Folgen. Wir nehmen täglich zwei bis drei Liter Luft von außen auf und die müssen irgendwie wieder raus. Auch Darmerkrankungen können der Grund für mehr Gase im Magen sein und eine ganze Reihe von Beschwerden verursachen.

Das Magenknurren ist normalerweise kein Krankheitszeichen. Unser Magen grummelt meist, wenn wir Hunger haben und entwickelt sich, wenn wir über mehrere Stunden keine Nahrung zu uns nehmen, zu einer Art Klangkörper. Dann steckt in diesem leeren Muskelsack nämlich nur Luft drin und weil er trotzdem arbeitet und sich seine Wände zusammenziehen und wieder erschlaffen, gerät diese Luft ins Schwingen, ähnlich wie wenn man in ein Horn blasen würde. Wer jetzt auch noch verlockendes Essen sieht oder riecht oder auch nur daran denkt, versetzt seinen Magen reflexartig erst recht in Schwingung und steigert damit diese Geräusche.

 

„So geht’s unserem Magen gut“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).