G’sundes Südtirol: Schonende Zubereitungsarten

Genauso wichtig wie die Qualität unserer Lebensmittel ist, wie wir sie zubereiten, erklärt Radiodoktor Christian Thuile und bringt dafür sogar die Geschirrspülmaschine ins Spiel.

Beim Kochen, Braten und Backen gehen uns viele Nährstoffe verloren. Gerade wenn wir Gemüse kochen landen die wertvollen wasserlöslichen Vitamine und andere wichtige Inhaltstoffe im Wasser und damit oft im Ausguss. Besser wäre es Kartoffeln, Karotten und vor allem Brokkoli zu dünsten. Dafür gibt man nur wenig Wasser in den Kochtopf, höchstens zwei fingerbreit, Deckel drauf und unser Gemüse wird im Dampf der so entsteht, schonend gedünstet.

Beim Braten von Fleisch und auch Fisch erreichen wir auch zu Hause sehr hohe Temperaturen bis zu 300 Grad Celsius, dadurch werden die Röst- und Aromastoffe frei, aber leider auch Substanzen, wie das als krebserregend eingestufte Acrylamid, so Dr. Thuile, und aus eigentlich harmlosen Fetten werden bei längerem Braten so genannte Transfette, die einen negativen Einfluss auf unsere Blutfettwerte haben und einen Risikofaktor für Herzkreislauf-Erkrankungen darstellen.

Eine gesunde Alternative für Gemüse, Fisch und auch Fleisch wäre das Dampfgaren. Moderne Küchen sind bereits mit einem eigenen Dampfgarer ausgestattet, aber man kann diese wunderbar nährstoffschonende Methode auch ganz einfach durch einen Einsatz für den klassischen Kochtopf anwenden.Eine weitere interessante und schonende Art der Zubereitung ist das Niedrigtemperaturgaren. Dabei wird Fleisch oder auch Fisch über mehrere Stunden, bei einer Temperatur um die 80 Grad Celsius im Ofen zubereitet. Das erstaunliche Ergebnis ist butterweich und zart und saftig, weil die Zellstruktur bei einer derartig niedrigen Temperatur erhalten bleibt, genauso wie viele Inhaltstoffe und da sich so keine Kruste bilden kann, sind auch diesbezüglich aus gesundheitlicher Sicht bedenkliche Stoffe kein Thema.

„Sous Vide“ ist eine Methode der Profiköche, die wir zu Deutsch als Vakuumgaren bezeichnen. Fleisch, Fisch und Gemüse wird dafür, nach Geschmack mitsamt Kräutern und ganz wenig Salz, in einen Vakuumbeutel einschweißt und in einem Niedrigtemperaturbad zwischen 60 und 80 Grad Celsius über einen längeren Zeitraum gegart. Das hat den großen Vorteil, dass dabei die Aromen erhalten bleiben, keine Nähstoffe verloren gehen und alles zart und saftig wird. Und jetzt halten Sie sich fest: Wenn Sie keinen Sous-Vide-Garer daheim haben und Ihre Gäste so richtig verblüffen wollen, dann verwenden Sie dafür das oberste Fach Ihrer Geschirrspülmaschine: Programm von rund einer Stunde einstellen und los geht’s! Unser Radiodoktor hat es selbst ausprobiert, das funktioniert tatsächlich, schmeckt köstlich und ist natürlich keinesfalls unhygienisch und nichts riecht nach Spülmittel.

„Schonende Zubereitungsarten“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).