G’sundes Südtirol: Schicksal Alzheimer

Weltweit leiden rund 35 Millionen Menschen an Alzheimer, eine besonders schwierige Situation auch für ihr Umfeld, erklärt Dr. Christian Thuile.

Alzheimer ist die häufigste Ursache für eine Demenz, die für Betroffene vor allem zunehmende Gedächtnis- und Orientierungsschwierigkeiten bedeutet. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer, weil sie in unserer Gesellschaft eine höhere Lebenserwartung haben und das Alter den größten Risikofaktor darstellt: Je älter, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit an Alzheimer zu erkranken.

Das heimtückische an dieser Erkrankung ist, dass sie schleichend beginnt, anfangs mit kaum besorgniserregender Vergesslichkeit. Diese nimmt aber stetig und auffallend zu: ein wichtiges Alarmzeichen auch für die Angehörigen, dass dringend eine ärztliche Abklärung notwendig ist. Das geht so weit, dass normale Alltagstätigkeiten zum Problem werden. Ein klassisches Beispiel wäre: wenn jemand zu Hause eine Gericht seit Jahrzehnten immer wieder für seine Familie zubereitet hat, es plötzlich nicht mehr hinbekommt oder den Weg zur wöchentlichen Kegelrunde nicht mehr findet. Hier ist sofort zu reagieren!

Da immer mehr Nervenzellen kaputtgehen reduzieren sich das Denkvermögen und die Merkfähigkeit und neben den Schwierigkeiten sich zu erinnern und zu orientieren, entwickeln Betroffene mit der Zeit auch Sprachstörungen. Sie fangen an die ihnen fehlenden Worte immer öfter zur „Ding“ zu ersetzen oder mit „äh“ und warten darauf, dass das Gegenüber das Wort oder den Satz einfügt. Im weiteren Verlauf der Krankheit kommt es auch zu schweren Konzentrationsstörungen, das Urteilsvermögen leidet, die Zuordnung von Gegenständen geht verloren: die Schuhe werden in den Kühlschrank gestellt, Betroffene gehen im Morgenmantel in die Kirche. Besonders schlimm für Angehörige ist die Veränderung der Persönlichkeit, oft ins übertrieben Misstrauische, Aggressive, Unruhige und Reizbare, wenn sich die Alzheimerkranke immer mehr zurückziehen und auch Depressionen entwickeln.

Anfangs gehen kurzfristig zurückliegende Erinnerungen verloren, Betroffene können beispielsweise nicht mehr sagen, was sie gestern gegessen oder unternommen haben. In weiterer Folge sind dann eher Episoden aus früheren Tagen abrufbar, die am besten im Gehirn verankert sind, das geht so weit, dass direkte Angehörige, selbst die eigenen Kinder, nicht mehr erkannt werden und das ist für diese natürlich nur sehr schwer zu ertragen. Heilbar ist Alzheimer nach wie vor nicht, aber je früher die Krankheit diagnostiziert wird, desto besser können Medikamente eingesetzt werden, die den Krankheitsverlauf verzögern und die Lebensqualität des Betroffenen verbessern helfen.

„Schicksal Alzheimer“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).