G’sundes Südtirol: Ozon in der Luft

Diese unsichtbare Gefahr in unserer Luft entsteht besonders durch die Sonneneinstrahlung, erklärt Radiodoktor Christian Thuile.

Von Mai bis September werden normalerweise die höchsten Ozonwerte gemessen. Das in Bodennähe austretende Ozon atmen wir es leichter ein und es kann bis tief in die untersten Lungenebenen vordringen und genau dort unsere Atemwege reizen. Die Folge können Husten sein, Bronchitis und es kann das Lungengewebe nachhaltig schädigen und entzündliche Prozesse auslösen, die dann chronisch werden und Betroffenen nicht nur Lebensqualität, sondern tatsächlich auch Lebensjahre kosten können. Und es gibt auch mehr als nur begründete Hinweise dafür, dass Ozon das Risiko für Lungenkrebs erhöht und sich auch negativ auf unser Herzkreislaufsystem auswirkt.

Ozon kann unterschiedliche Symptome hervorrufen. Typisch ist ein lästiger Hustenreiz, der eigentlich gar nicht in den Sommer passt. Weit dramatischer kann es für jene werden, die empfindliche Atemwege haben und beispielsweise an Asthma, chronischer Bronchitis oder an einer Allergie leiden, denn sie können unter Ozoneinfluss noch viel schlechter Luft bekommen, weil sich deswegen die Bronchien stark verengen. Oft ist eine hohe Ozonbelastung auch der Grund für unerklärliche Kopfschmerzen, gerade auch bei Kindern und das zeigt uns, dass dadurch nicht nur die Lungen, sondern eigentlich der ganze Körper in Mitleidenschaft gezogen wird. Es ist auch zu beobachten, dass Menschen bei hohen Werten ein echtes Formtief erleben können, auch tolle Sportler, die gerade im Sommer in Topform sein sollten. Wegen der Ozonbelastung bekommen sie schlechter Luft und können ihre Leistung deswegen nicht wie gewohnt abrufen. Und dieser Luftschadstoff kann auch unsere Augen dermaßen reizen, dass sie ständig tränen.

Die höchste Ozonkonzentration lässt sich zeitlich eingrenzen, so Dr. Thuile, die Belastung ist normalerweise zwischen 14 und 17 Uhr am höchsten, also wer empfindlich darauf reagiert, sollte sich nach Möglichkeit dann nicht im Freien aufhalten. Und an Tagen, wo die Ozonbelastung besonders hoch ist, sollte man auch versuchen nicht gerade Ausdauersport im Freien zu betreiben, weil man es gerade dabei besonders tief in die Lunge einatmen würde. Die niedrigsten Werte werden in den frühen Morgenstunden gemessen.

An besonders heißen Tagen sollte man Fenster und Türen am Abend nicht lange auflassen, denn dadurch gelangt das Ozon auch ins Wohnungsinnere und man ist auch in der Nacht der Belastung ausgesetzt. Es gilt dasselbe wie beim Ausdauersport: lieber in die Morgenstunden verlegen.

„Ozon in der Luft“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).