G’sundes Südtirol: Olivenöl, das flüssige Gold

Das beliebte Olivenöl hat geschmacklich und vor allem auch für unsere Gesundheit einiges zu bieten, erklärt Dr. Christian Thuile, vorausgesetzt die Oliven werden schonend verarbeitet.

Der kosmetische und auch der gesundheitliche Wert von Olivenöl ist seit der Antike bekannt, nicht umsonst hat es der große Dichter Homer einst als „flüssiges Gold“ bezeichnet. Besonders sticht im Olivenöl der hohe Gehalt an Ölsäure hervor, nämlich 75% und diese setzt sich aus einfach ungesättigten Fettsäuren zusammen, die eine wichtige Grundlage für den Aufbau unseres Immunsystem und die Stärkung von Herz und Kreislauf darstellen und auch helfen können einen hohen Cholesterinspiegel zu senken. Laut neuesten Erkenntnissen hat Olivenöl auch einen positiven Einfluss auf die Zuckerkrankheit.

So wie jede Olivensorte ihre geschmackliche Eigenheit mitbringt, so unterscheiden sie sich auch in der Qualität aus gesundheitlicher Sicht,  nämlich was die enthaltenen sekundären Pflanzenwirkstoffe angeht, die Polyphenole. Dieses wichtige Antioxidans schützt unseren Körper sozusagen vor dem „Einrosten“, vor Entzündungen, aber vor der Verkalkung der Blutgefäße.

Ganz entscheidend für die Qualität eines Olivenöles ist der Ort, wo die Bäume stehen, wie schonend die Oliven geerntet werden und wie schnell sie in der Presse landen. Die Topproduzenten lassen von Hand pflücken, so Dr. Thuile, und schaffen es die Oliven innerhalb von 4 Stunden nach der Ernte zu pressen.

Olivenöle werden in verschiedene Güteklassen unterteilt und die höchste Qualität wird in Italien mit „Extra Vergine“ oder „Nativ Extra“ bezeichnet. Diese Öle müssen einwandfrei riechen, schmecken und ein Mindestmaß an Fruchtigkeit mitbringen.

Auch ein niedriger Säuregehalt spricht für eine hohe Qualität, dieser wird meist auch auf der Etikette angegeben: Ein gutes Olivenöl hat einen Säuregehalt von rund 0,5 %, die besten liegen sogar unter 0,3 %.Vorsicht aber! Olivenöl ist nicht besonders hitzestabil, es hat einen Rauchpunkt um 180°C. Beginnt es zu rauchen sollte es sofort vom Herd und auch nicht mehr verwenden werden, denn wenn die ungesättigten Fettsäuren zerfallen, können krebserregende Giftstoffe entstehen. Zum scharfen Anbraten oder zum Frittieren ist es daher nicht geeignet.

Das so genannte „Öl-Ziehen“ ist eine weitere interessante Möglichkeit um Olivenöl für die Gesundheit zu nutzen. Dadurch lässt sich das Zahnfleisch stärken, das dann wiederum die Zähne besser schützen kann. Man gibt dafür (am besten in der Früh vor dem Zähneputzen) 1 Löffel Olivenöl in den Mund und spült ein paar mal kräftig zwischen den Backen hin und her, richtig zwischen den Zähnen durch und am Zahnfleisch innen und außen. Diese Kur sollte 1-2 mal im Jahr über mehrere Wochen durchgeführt werden.

Geschmacklich und auch von seinem gesundheitlichen Nutzen her kann man Olivenöl auch wunderbar variieren, indem man Kräuter darin ansetzt. Thymian für die Erkältungszeit, Rosmarin bei Herz-Kreislauf-Problemen, Knoblauch gegen die Arteriosklerose oder auch Peperoncino, für den Darm.  

„Olivenöl, das flüssige Gold“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).