G’sundes Südtirol: Nahrungsmittel bei Reizdarm

Natürlich kann man besonders bei Problemen im Magen-Darm-Trakt gut über die Ernährung gegensteuern, erklärt Dr. Christian Thuile.

Der Reizdarm ist heutzutage die häufigste Erkrankung unseres Verdauungsapparates und gerade dabei kommt es auf die Auswahl der richtigen Lebensmittel an, aber nicht nur.

Diese Funktionsstörung ist nicht gefährlich, keiner stirbt daran, aber die Lebensqualität von Betroffenen ist massiv beeinträchtig. Ein empfindlicher Darm macht ständig Probleme, von Bauchschmerzen, Blähungen, Verstopfung, Durchfall bis hin zu Bauchkrämpfen und wenn dieser Zustand länger anhält, kommen oft auch Kopfschmerzen und Verspannungen dazu.

Bei einem Reizdarm reagiert die Darmmuskulatur viel empfindlicher auf Reize von außen, als normal. Gemeint ist damit auch ständiger Stress und Druck, so Dr. Thuile, vielfach sind Menschen davon betroffen, die bei allem sehr genau und pingelig sind, als sensibel gelten und Sachen eher hinunterschlucken, als sie anzusprechen und sich davon zu befreien. Und andererseits geht es auch um Reize, die von bestimmten Lebensmitteln ausgehen und hier ließe sich am schnellsten und unkompliziertesten eingreifen.

FODMAP (Fermentierbare Oligo-, Di-, Monosaccaride und Polyole) ist die Bezeichnung für den neuesten Ansatz auf diesem Gebiet. Dabei lassen Betroffene bestimmte Zuckerarten für einen Zeitraum von 8 – 12 Wochen ganz weg, damit sich der Darm beruhigen kann und sich das allgemeine Wohlbefinden verbessert. Solche Zuckerarten sind in Süßigkeiten enthalten, im Brot, in Milchprodukten, Steinobst und übrigens auch in Kohl.

Kohlgemüse ist allgemein bei einem empfindlichen Darm nicht zu empfehlen, genauso wenig wie Bohnen, Erbsen, Zwiebeln und Knoblauch und alle scharfen Gewürze, auch der ansonsten bei Magenleiden oft empfohlene Ingwer. Zu Vermeiden sind sehr kalte und auch sehr heiße Getränke. Paniertes und Frittiertes mögen Betroffene meist eh nicht essen, aber es auch sinnvoll am Abend die Rohkost wegzulassen. So ein Salat beispielsweise reizt den Darm nämlich ganz extrem, nicht nur weil er meist mit Essig oder Zitrone angemacht ist, sondern auch wegen der Faserstoffe in rohem Salat und Gemüse. Das kann schon in der Nacht oder sonst am nächsten Tag zu den genannten, unangenehmen Symptomen führen. Das gilt übrigens auch für das Obst, auch ein Apfel am Abend ist kein guter Rat für jemanden, der einen empfindlichen Darm hat. Ein Bratapfel hingegen tut der Verdauung gut und das darin enthaltene Pektin hilft dem Darm sogar sich zu beruhigen.

Allgemein ist es wichtig, alles gut und lange zu kauen und sich regelmäßig zu bewegen, denn Bewegung beruhigt und baut Stress ab und ist damit auch beim Reizdarm: die beste Medizin!

„Die richtigen Nahrungsmittel bei Reizdarm“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“. Tipps und Infos vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor Dr. Christian Thuile, tätig im Medical Center Quellenhof in St. Martin Passeier. Ihre Fragen können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).