G’sundes Südtirol: Müde wegen der Schilddrüse

Wer sich über einen Zeitraum von über 6 Wochen ständig müde fühlt, sollte zum Arzt, denn es könnte an der Schilddrüse liegen, erklärt Dr. Christian Thuile.


Nicht immer ist die so genannte Frühjahrsmüdigkeit, also die Umstellung von Winter auf Frühling, der Grund für eine anhaltende Müdigkeit. Auch eine Unterfunktion der Schilddrüse kommt dafür in Frage, dabei produziert dieses wichtige, sensible Organ im Halsbereich nicht mehr genügend Hormone. Diese Botenstoffe der Schilddrüse sind deswegen so wichtig, weil sie uns Antrieb verleihen. Klar, wenn diese nicht mehr ausreichend zur Verfügung stehen, werden wir immer müder, unser Körper sendet erste Signale einer möglichen Erkrankung in diesem Bereich. In seltenen Fällen ist eine Schilddrüsenunterfunktion angeboren, viel öfter tritt sie später auf, oft infolge einer Schilddrüsenentzündung. Früher war auch bei uns in Südtirol häufig ein Jodmangel der Auslöser für so eine Unterfunktion und das sichtbare Zeichen dafür ein unschöner so genannter Kropf, eine oft deutliche Vergrößerung der Schilddrüse.Die Müdigkeit, die eine Schilddrüsenunterfunktion begleitet, wird meist als absolut bleiern beschrieben, Betroffene kommen gar nicht mehr richtig in die Gänge und fühlen sich total antriebslos, beschreibt Dr. Thuile, und auch eine unerklärliche Gewichtszunahme kann darauf hinweisen, denn klarerweise verbrennt man auch weniger, wenn diese Antriebshormone fehlen und man legt, ohne seinen Ernährungsstil oder Bewegungsumfang zu ändern, immer mehr zu. Auch eine auffallende Kälteempfindlichkeit kann mit einer Schilddrüsenunterfunktion einhergehen. Gerade wenn im Frühling wieder alle auf leichtere Bekleidung umsteigen, frieren Personen mit diesem Problem ständig, besonders an Fingern und Händen. Die Verdauung leidet ebenfalls unter dem Mangel an Schilddrüsenhormonen und wird träge, dazu kommt typischerweise oft noch Haarausfall, die Haare werden auch viel dünner, die Fingernägel brüchig und besonders belastend kommt oft noch hinzu, dass auch ehemals sehr lustige, humorvolle Leute, plötzlich depressive Züge bekommen. So wichtig ist das Schilddrüsenhormon für unseren Körper. Bis auf wenige Ausnahmen ist eine Schilddrüsenunterfunktion immer noch nicht heilbar und muss daher dauerhaft mit Medikamenten behandelt werden. Die gute Nachricht ist aber: Wer seine Tabletten regelmäßig einnimmt kann ein ganz normales Leben führen, die ständige Müdigkeit verschwindet, das Gewicht reguliert sich wieder, die Verdauung normalisiert sich, die Stimmung wird wieder besser und man bekommt auch alle anderen Probleme damit normalerweise gut in den Griff.

„Wenn die Schilddrüse müde macht“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).