G’sundes Südtirol: Müde durch Lebensmittel

Unsere Lebensmittel sollen uns schmecken und gut tun, aber es gibt auch einige, die Energie rauben, selbst Kaffee (!), erklärt unser Radiodoktor Christian Thuile.

Das kennt jeder: wenn wir zu viel essen, werden wir müde. Bestimmte Lebensmittel können unseren Körper aber ganz allgemein besonders belasten und solche gehören besser nicht zu oft auf den Speiseplan.

Alles was zu fett ist, liegt uns lange im Magen, ist sehr aufwendig für die Verdauung, dafür wird sogar das Blut aus unserem Kreislauf im Magendarmtrakt konzentriert und steht damit für unser Gehirn nicht mehr wie gewohnt zur Verfügung. Es gelangt weniger Sauerstoff ins Gehirn und dadurch werden wir müde und können uns auch nicht mehr gut konzentrieren.

Forscher haben festgestellt, dass wenn unsere Fettverdauung zu viel Zeit in Anspruch nimmt, Achtsamkeit und Aufmerksamkeit verloren gehen, wir dadurch vergesslicher werden, die Merkfähigkeit darunter leidet, was alles zusammen zu einem Leistungsabfall führt, was wiederum zu Stress und in eine chronische Erschöpfung führen kann.

Zu den größten Fettfallen zählen nicht nur die offensichtlichen, wie alles Panierte und Frittierte, sondern auch das beliebte Frühstücksgipfele, die vollfetten Käsesorten und natürlich auch Butter und Sahne. In geringen Mengen kann uns all das kaum etwas anhaben, aber ein Zuviel wird zur großen Belastung, ganz abgesehen von der negativen Auswirkung auf Cholesterinwert und Blutfette.

Auch zu viel Zucker trägt zur chronischen Müdigkeit beiträgt. Wer zu viel Zucker zu sich nimmt, fördert dadurch die Bildung von Insulin, das körpereigene Hormon aus der Bauchspeicheldrüse, welches den Zucker in die Zellen hineinschleust, das uns müde macht. Wer spät noch zu viel Süßes ist, hat außerdem Probleme mit dem Einschlafen, insgesamt einen unruhigeren Schlaf und eine schlechtere Schlafqualität. Unser Gehirn braucht Zucker, aber wir müssen auf die Menge achten, gerade am Abend.

Es gibt aber auch an und für sich sehr gesunde Lebensmittel, die wir als schwer empfinden und Dr. Thuile nennt: Rohes Obst, Salat und ganz allgemein Rohkost am Abend zu knapp vor dem Schlafengehen und auch die eigentlich wertvollen Hülsenfrüchte.

Und auch ausgerechnet Kaffee kann uns müde machen! Zunächst wirkt das Koffein stimulierend und macht uns wacher, aber nach rund 30 Minuten lässt diese Wirkung wieder nach, so der Ernährungsmediziner, und es folgt eine Phase der Müdigkeit, wir werden sogar müder als zuvor. Jetzt kann man den nächsten Kaffee folgen lassen oder eine Pause an der frischen Luft machen oder wir beugen dem vor, indem wir eine Kleinigkeit zum Kaffee dazu essen, dann bleibt dieser Effekt aus. Das Kekls, das man in Bars oft zum Kaffee bekommt, macht also schon Sinn.

Genauso ungünstig wie ein ständiges Zuviel, ist auch ein ständiges Zuwenig. Wer ständig auf Diät ist, verliert Lebenssaft, Energie, Konzentrationsfähigkeit und endet langfristig genauso in einer chronischen Müdigkeit.

„Müde durch Lebensmittel“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).