G’sundes Südtirol im Oktober: Gesund im Schlaf

Ein erholsamer Schlaf ist eine wichtige Säule für unsere Gesundheit, aber auch genauso wichtig für unser Wohlbefinden, erklärt unser Radiodoktor Christian Thuile.

Dabei ist der Schlafbedarf von Mensch zu Mensch verschieden, dass rund acht Stunden ideal sein sollen, trifft nicht zu. Einem Kurzschläfer reichen oft schon fünf Stunden aus, ein Langschläfer braucht vielleicht neun Stunden Schlaf und mehr. Es ist nur so, dass die meisten von uns im Durchschnitt rund acht Stunden schlafen, das ist so durch unsere Gesellschaft geprägt, als allgemeine Empfehlung ist das nicht gültig.

Dass der beste Schlaf der vor Mitternacht sein soll, ist widerlegt. Nachgewiesen ist hingegen, dass die ersten drei bis vier Stunden die erholsamsten sind, unabhängig vom Zeitpunkt des Einschlafens, weil es in dieser Zeit zu den meisten Tiefschlafphasen kommt, die ganz entscheidend sind für einen guten und erholsamen Schlaf. Sehr wohl hat aber jeder seine ganz eigene sogenannte „Biologische Mitternacht“, die rund vier Stunden nach dem Einschlafen liegt. Wer normalerweise um 22 Uhr ins Bett geht, erlebt diese gegen 2 Uhr, ein Schichtarbeiter der regelmäßig schon um 20 Uhr schlafen geht, findet tatsächlich gegen Mitternacht seinen besten Schlaf, entscheidend ist der gewohnte Schlafrhythmus. Und natürlich spielen auch Reize aus der Umgebung eine Rolle: nachts nimmt der Lärmpegel meist ab und auch die Dunkelheit fördert den gesunden Schlaf, denn unser Gehirn nimmt Helligkeit auch wahr, wenn die Augen geschlossen sind, daher ist der Schlaf untertags oft nicht so erholsam.

Dass wir nachts ab und zu aufwachen hat übrigens noch lange nichts mit einer Schlafstörung zu tun, sondern ist völlig normal, beruhigt Dr. Thuile. Jeder von uns wacht sogar zwischen 25- und 35-mal auf und diese Wachphasen, an die wir uns am nächsten Morgen meist nicht mehr erinnern können, dauern durchaus auch bis zu drei Minuten. Wer aufwacht, dreht sich am besten einfach um und versucht ganz entspannt wieder einzuschlafen, wer anfängt sich darüber Sorgen zu machen und nachzugrübeln, riskiert tatsächlich Schlafqualität.

So gut uns Bewegung allgemeint tut, zu nahe an der Schlafenszeit kurbelt vor allem körperliche, aber auch geistige Leistung, den Kreislauf derart an, dass an Einschlafen nicht mehr zu denken ist. Wir brauchen rund zwei Stunden Ruhe am Abend, damit Körper und Seele runterkommen und abschalten und wir einen erholsamen Schlaf finden können. Eltern tun auch gut daran die Kinder im Pyjama nicht noch lange wild herumtoben zu lassen, weil sie dann völlig überdreht und übermüdet kein Auge zubekommen.

Der Fernseher wirkt bei vielen sehr gut als Einschlafhilfe, allerdings nehmen wir das flackernde Licht und die wechselnde Lautstärke vor allem in der Leichtschlafphase dennoch deutlich wahr, also erholsamer Schlaf ist das nicht. Vielleicht könnte ein Partner den Fernseher ausmachen oder man stellt sich einen sogenannten Sleeptimer ein, der nach einer bestimmten Zeit das Gerät automatisch ausschaltet.

Auch Alkohol kann das Einschlafen fördern, schon in geringen Mengen, aber der große Haken daran ist, dass dadurch die Schlafqualität leidet, da Alkohol den gesunden Schlaf stört.

Die weit verbreitete Meinung, dass man im Alter weniger Schlaf braucht, trifft ebenfalls nicht zu, wir schlafen im Alter ähnlich lange, wie in der Zeit davor. Nur machen ältere Menschen gerne untertags ein Nickerchen und diese Zeit ist zum Nachtschlaf dazuzurechnen. Was tatsächlich zutrifft ist, dass mit dem Alter die Schlafqualität insgesamt abnimmt.

„Gesund im Schlaf“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).