G’sundes Südtirol im November: Ernährungstrends

Auch die Welt des Essens uns Trinkens ist ständig in Bewegung und folgt unterschiedlichen Strömungen, erklärt unser Radiodoktor Christian Thuile.

Europa steht derzeit besonders auf die Detox-Ernährung, also auf Entgiften und Entschlacken. Dabei geht es um den bewussten Verzicht auf bestimmte Nahrungs- und Lebensmittel, wie Weizenmehl, weißen Zucker, Kaffee und teils auch tierische Produkte, mit dem Ziel zu einer neuen Leichtigkeit und mehr Energie zu finden. Um die weggelassenen Lebensmittel vernünftig zu ersetzen greift man auf mehr Gemüse und Obst zurück und auch auf moderne, wiederentdeckte Lebensmittel wie so genannte Pseudogetreidesorten, also Quinoa, Amarant, aber auch der bei uns heimische Buchweizen. Allgemein geht der Trend eher weg von Weizenmehl. Das Ziel einer Detox-Kur wäre nicht nur die Ernährung für ein paar Tage oder Wochen umzustellen, sondern das Erkennen und Abstellen von ungesunden Ernährungsgewohnheiten, eine Entgiftung auf körperlicher und auch auf mentaler und seelischer Ebene.

Daraus können Sie sich Ihren Detox-Smoothie selbst zubereiten: Sie verwenden dafür verschiedene grüne Gemüsesorten, als Basis Avocado, dazu Spinat und bitteren Endivien- oder Rauke(Rucola)-Salat und Grünkohl.

Die Low-Carb-Ernährung erlebt auch gerade einen neuen Höhepunkt, also das Reduzieren von Kohlenhydraten. Bisher verzichtete man dabei weitestgehend auf Beilagen: Reis, Kartoffeln, Polenta und auch auf alles, was aus Mehl hergestellt wird, also Nudeln und auch Brot und ersetzte dieser durch Eiweiße, Fleisch, Fisch, Eierspeisen und auch viele Gemüse, erklärt der bekannte Ernährungsmediziner. Diese Ernährungsform ist aber nicht unumstritten, da einseitig und schwer dauerhaft in den Alltag umsetzbar, auch wenn erste Abnehmerfolge nicht lange auf sich warten lassen. Low Carb 2016/2017 reduziert die Kohlenhydrate im gemäßigten Rahmen, in etwa um die Hälfte, was man schon hinbekommt, indem man an Abend darauf verzichtet. Außerdem sollen die erlaubten Kohlenhydrate top-hochwertig, ballaststoffreich sein und unsere Verdauung unterstützen und dafür sorgen, dass wir nicht zu viele Zucker zu schnell in unser Blut aufnehmen und damit weniger Fettreserven aufbauen. Und neu ist auch die Tendenz zu hochwertigen, pflanzlichen Ölen aus Nüssen und Samen, allen voran das Lei(samen)öl.

Den Begriff Superfood hat die Werbung für sich entdeckt, klingt natürlich gut, klar definiert ist er leider nicht. Eigentlich verstehen wir darunter möglichst naturbelassene Lebensmittel, die eine extra hohe dichte an Nährstoffen für unsere Gesundheit mitbringen. Dazu zählen exotische Beeren, Samen und Früchte, die neuerdings auch bei uns in Südtirol angebaut werden, wie die Gojibeeren, aber auch, und das macht diesen Ernährungstrend für Dr. Thuile interessant: immer mehr wertvolle heimische Lebensmittel wie Kohlgemüse, Rettich, Samen, Mandeln und Kürbiskerne, genauso wie Granatapfel.

Auch über die Streetfood-Welle werden wir in diesem Monat mit Dr. Thuile sprechen, also die hochwertige Straßenküche, die auch unser Land bereits erreicht hat, mit Burgern aus heimischem Fleisch bis hin zu den unterschiedlichsten Smoothies, die ja auch bei uns schon teils im Gemüsegeschäft zu haben sind. Genauso werden wir uns den großen Trend der veganen Küche anschauen, schließlich ernähren sich auch bei uns in Südtirol bereits zwischen 5 und 10% der weiblichen Bevölkerung unter 30 Jahren vegan.

„Ernährungstrends im November“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).