G’sundes Südtirol im März: Schwung für den Frühling

Sobald der Winter auszieht, sind die einen richtig aufgedreht und auf Neuanfang eingestellt und die anderen das genaue Gegenteil. Rund 50% aller Südtiroler leiden an der Frühjahrsmüdigkeit, so unser Radiodoktor Christian Thuile.

Die Natur erwacht so langsam wieder und kaum ist es ein paar Tage mild, klagt jeder 2. bei uns über eine bleierne Müdigkeit und Lustlosigkeit. Und das ist nicht nur so ein Gefühl. Dieses Phänomen kommt vor allem in Gegenden vor, in denen sich die Temperatur- und Lichtverhältnisse mit den Jahreszeiten stark verändern und das kennen wir hier in Südtirol nur zu gut. Denken wir nur an die „sibirische“ Kälte der letzten Woche und dann an die milden, frühlingshaften Temperaturen vom Sonntag. Wir werden oft sozusagen von der Eiseskälte direkt in den Frühling geschleudert. Frauen sind von der Frühjahrsmüdigkeit häufiger betroffen, als Männer, denn auch die Stärke des Kreislaufes hat damit zu tun, aber auch ältere Menschen und ganz junge sind im Frühling oft so richtig außer Gefecht gesetzt.

Im Winter ist auch der menschliche Organismus von Natur aus, im Sparmodus und der Energieverbrauch wird heruntergefahren. Einige Tiere halten ja bekanntermaßen einen Winterschlaf und ziehen sich eine Zeitlang ganz zurück. Wenn es wärmer wird, weiten sich die Blutgefäße und es kommt zum Blutdruckabfall und viele werden dadurch müde, lustlos und matt. Auch die Hormone spielen hierbei eine wichtige Rolle: Im Winter, wenn es länger dunkel ist, bilden wir mehr vom Schlafhormon „Melatonin“ und im Frühling, sobald die Tage länger werden und mehr Licht auf unsere Augen fällt, braucht unser Körper eine Weile, um die Melatonin-Produktion wieder zurückzufahren. Auch chronischer Stress und der damit oft einhergehende Schlafmangel verstärkt die Frühjahrsmüdigkeit. Wer sich ständig zu wenig Schlaf gönnt, bekommt in dieser Umstellungsphase die Quittung präsentiert.

Allgemein kann man sagen, dass die Frühjahrsmüdigkeit eine Frage der Anpassung ist, die praktisch in unseren Genen steckt, es handelt sich also um keine Krankheit, sondern um etwas ganz Normales. Vorausgesetzt diese Phase dauert nicht länger als 3-4 Wochen an. Wer sich darüber hinaus immer noch antriebslos und schlapp fühlt, sollte zum Arzt, denn es könnte sich auch um ein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung handeln, wie ein Eisenmangel, eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Depression.

(Vorbeugend) gegen die Frühjahrsmüdigkeit hilft alles, was unseren Körper aktiviert und den Kreislauf stärkt. Forscher haben herausgefunden, dass beispielsweise Menschen, die regelmäßig in die Sauna gehen oder wechselwarm duschen, viel weniger darunter zu leiden haben. Sobald wieder mehr Sonnenlicht auf das Auge trifft, wird nicht nur weniger vom Schlafhormon „Melatonin“ produziert, sondern auch mehr vom Glückshormon „Serotonin“. Es bringt also auf jeden Fall sehr viel, sich möglichst oft und lange im Freien aufzuhalten, sich am besten auch etwas an der frischen Luft zu bewegen. Menschen, die viel im Freien arbeiten, haben übrigens auch einen Vorteil. Zudem gilt es, besonders im Frühling auf leichte Kost zu setzen, nicht umsonst halten verschiedene Kulturen nach dem Winter eine Fastenzeit ab.

„Schwung für den Frühling“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“.

Tipps und Infos vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor Dr. Christian Thuile, tätig im Medical Center Quellenhof in St. Martin Passeier. Ihre Fragen können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).