G’sundes Südtirol im März: Hausmittel

Das Heilen mit den Kräften der Natur ist eine optimale Ergänzung zur Schulmedizin und hat gerade bei uns in den Bergen eine lange Tradition, erklärt Dr. Christian Thuile.

Das Wissen um Hausmittel und vor allem um Heilkräuter und ihre verschiedenen Anwendungsbereiche wurde früher von Generation zu Generation weitergegeben. Was sollte man früher auch tun, wenn jemand erkrankt ist, der nächste Arzt war meist weit weg. Obwohl wir heutzutage Zugang zu den neuesten Medikamenten haben, besinnt man sich mehr und mehr wieder darauf zurück. Das geht vom warmen Zwiebelsäckchen bei Ohrenschmerzen über die essigsaure Tonerde bei Fieber bis zum Meerrettich, als natürliches Antibiotikum für die Blase. Auch die Heilkraft der Bienen ist ein großes Thema bei uns in Südtirol und erbringt inzwischen auch wissenschaftliche Nachweise. Und als erprobte Helfer bei Stress und Nervosität schwören viele auf das stimmungsaufhellende Johanniskraut, das uns ruhiger und ausgeglichener macht oder auch das Lavendelöl.

Sodbrennen ist inzwischen eine echte Volkskrankheit, fast jeder dritte leidet auch bei uns daran und auch dagegen kann man viel selbst tun. Wenn Säure aus dem Magen in die Speiseröhre zurückfließt und dort eine Entzündung verursacht und Brennen und/oder saures Aufstoßen mit sich bringt, sollte man als erste Maßnahme am Abend nicht mehr zu spät essen und vor allem auch auf schwer Verdauliches verzichten (das gilt auch für Rohkost). Außerdem kann man das Bett am Kopfende höherstellen, damit die Säure in der Nacht einfach nicht nach oben fließen kann“, rät Dr. Thuile. „Als Heilpflanzen, die zur Linderung beitragen können, sind Kamille, Fenchel, Anis, Kümmel und Spitzwegerich zu nennen, genauso auch Bitterkräuter wie Wermut und das Tausendgüldenkraut. Es gilt die ideale Mischung aus diesen Kräutern und die optimale Dosierung für einen Tee oder Aufguss zusammenzustellen. Ein weiterer Top-Tipp bei Sodbrennen ist Kartoffelsaft, den man ganz einfach selbst mit einer Saftpresse herstellen kann.

Husten kann verschiedene Ursachen haben, die es erst mal abzuklären gilt. Bei einem lästigen Erkältungshusten ist es wichtig viel zu trinken und sehr gut wirken Holunterblütentee, genauso wie Thymian, Fenchel und Ingwer. So ziemlich in Vergessenheit geraten ist der gute alte Zwiebelsaft oder auch Zwiebelsirup und auch Rettichsirup, den man mit etwas Honig geschmacklich verfeinern kann, der ja auch bei Husten wirksam ist. Das älteste Hustenzuckerle der Welt, das sogar bis ins Mittelalter zurückgeht, ist die getrocknete Eibischwurzel. Die kann man einfach lutschen: hilft sofort!

Wichtig ist bei alledem aber auch die Grenzen aufzuzeigen, also sich Klarheit darüber zu verschaffen, wie weit man mit der Selbstbehandlung gehen kann und ab wann man zum Arzt muss.

„Hausmittel, die wirklich helfen“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit dem bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor Dr. Christian Thuile. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).

 

„Hausmittel, die wirklich helfen“, heilen mit den Kräften der Natur, so der Titel des neuen Buchbestsellers von Dr. Christian Thuile, mit dem er bald auch ganz in Ihre Nähe kommt, im Rahmen der Athesia-Gesundheitswochen:

Montag, 13. März: Bruneck, Athesia Buchhandlung 

Donnerstag, 16. März: Meran, Athesia Buchhandlung

Montag, 20. März: Sterzing, Vigil Raber Saal

Mittwoch, 22. März: Schlanders, Aula Magna WFO

Donnerstag, 23. März: Brixen, Cusanus-Akademie

Montag, 27. März: Bozen, Athesia Buchhandlung

Dr. Tanja Nart von der Apotheke Burgstall gibt dazu praktische Tipps für die Anwendung und Herstellung von Hausmitteln. Durch die Abende führt G’sundes-Südtirol-Redakteurin Christine Rabanser.

Beginn: jeweils um 20 Uhr, der Eintritt ist frei.