G’sundes Südtirol im Februar: Ausgepowert

Immer mehr sind von einer chronischen Müdigkeit betroffen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht schon vom „Zeitalter der totalen Erschöpfung“, erklärt unser Radiodoktor Christian Thuile.

Es ist nicht Schlafmangel, der laut neuesten Schätzungen, bereits bei einem Viertel aller Europäer, immer öfter zur kompletten Erschöpfung führt, sondern die Reizüberflutung unserer Zeit. Unter dem regelrechten Dauerfeuer an Daten knickt unsere Aufmerksamkeit immer öfter ein und wir riskieren ernsthaft krank zu werden. Betroffene fühlen sich auch nach regelmäßigem und ausreichendem Schlaf einfach nicht mehr erholt, die Überstimulation unseres Gehirnes, lässt uns nicht mehr zur Ruhen kommen.

Millionen von Menschen nutzen beispielsweise ständig ihr Smartphone, glauben aber, trotz der Ablenkung noch alles im Griff zu haben und mitzubekommen, was in ihrer Umgebung passiert. Unser Gehirn arbeitet da aber schon längt im Hochleistungsmodus und es kommt zwangsläufig zu Aufmerksamkeitslücken, so Dr. Thuile, wir befinden uns ständig in einer Art „Blindflug“. Das wiederum stresst unseren Denkapparat extrem und trägt (inzwischen auch wissenschaftlich nachgewiesen) zu Überlastung und Erschöpfung bei. Und es sind nicht die Smartphones alleine, überall flimmern Bildschirme, kommen Ansagen von Navigationsgeräten, Töne von eingehenden Mitteilungen, vibrieren Smartwatches und vieles mehr.

Unsere digitale Welt hat dazu geführt, dass es keine nachrichtenlose Zeit mehr gibt, wir gönnen unserem Gehirn keine Informationspause, auch nicht in der Nacht. Und durch diese Überstimulation verschlechtert sich unser Denk- und Erinnerungsvermögen, was langfristig zu Angstzuständen und Depressionen führen kann, aber auch zu einem erhöhten Aggressionspegel.Nicht nur die Psyche leidet unter dieser chronischen Erschöpfung, auch der Körper. Erschöpfung und Übermüdung gelten als Auslöser für einige der meistverbreiteten Erkrankungen unserer Zeit: der Cholesterinwert steigt und damit das Risiko für Herzerkrankungen, Schlaganfall, aber auch Zucker. Typisch sind auch Magen-Darm-Probleme und Erkrankungen der Muskeln, Knochen und Gelenke. Und der andauernde Stress wirkt sich unter anderem auch negativ auf die Fruchtbarkeit von Männern aus.

Wer es monatelang mit mehr schafft sich richtig zu erholen, sollte diesen Zustand nicht hinnehmen, denn dass es von alleine wieder besser wird, ist unwahrscheinlich. Es ist wichtig sich einem Arzt anzuvertrauen, der ein großes Blutbild und eventuell auch noch andere Untersuchungen machen (lassen) kann. Es braucht auf jeden Fall eine Veränderung und zunächst: eine sichere Diagnose! 

„Ausgepowert“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).