G’sundes Südtirol im April: Nahrungsergänzungsmittel

Gezielt eingesetzt helfen Nahrungsergänzungsmittel einen Mangel auszugleichen, erklärt unser Radio-Dr. Christian Thuile.

Mehr als zwei Drittel aller Südtiroler nehmen regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel zu sich, von Folsäure, Vitamin C bis Multi-Vitaminpräparaten, wo alles enthalten ist, was man sich nur vorstellen kann, über Mineralstoffe und Spurenelemente wie Kalzium, Magnesium, Eisen und Zink, Omega-3-Fettsäuren, Probiotika, Algen, Melatonin oder auch Ingwer und Proteinpulver.

Wer sich abwechslungsreich, ausgewogen und möglichst frisch ernährt, versorgt sich eigentlich mit allen Nährstoffen, die der Körper zum Gesundbleiben benötigt und es braucht normalerweise keine zusätzlichen Vitamine und Mineralstoffe. Eine Ausnahme bildet vielleicht das Vitamin D, so Thuile, denn hiermit sind die meisten von uns unterversorgt. Durch Krankheit, Stress, eine nähstoffarme Ernährung oder auch eine verminderte Aufnahme über den Darm kann es auch sonst durchaus empfohlen werden, zeitweise hochwertige Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, um Mangelzustände auszugleichen. Auch besondere Lebensumstände wie Schwangerschaft oder Stillzeit verlangen eine erhöhte Zufuhr von bestimmten Nährstoffen.

Sie aber vorbeugend, nach dem Gießkannen-Prinzip einzusetzen, nach dem Motto „mehr hilft mehr“ kann unserer Gesundheit mehr schaden als nutzen. Nahrungsergänzungsmittel sollten genauso vorsichtig eingesetzt, wie Medikamente. Durch Blutproben lässt sich feststellen, ob ein Mangel besteht und ob eine Nahrungsergänzung sinnvoll ist, gezielt auf den jeweiligen Bedarf abgestimmt.

Nahrungsergänzungsmittel können pflanzliche Stoffe enthalten wie Knoblauch, tierische Stoffe wie Fischöl oder synthetisch hergestellt werden, das ist bei den meisten Vitaminen der Fall. Dringend davor abzuraten ist allerdings sie ohne entsprechende ärztliche Beratung über einen längeren Zeitraum, in hoher Dosierung einzunehmen, denn sie können sich durchaus auch als schädlich erweisen. Allergien auf bestimmte Inhaltstoffe können auftreten und auch wichtig zu wissen, dass ein Zuviel von bestimmten Vitaminen, beispielsweise A oder E, sehr problematisch werden kann. Gleiches gilt für eine Überdosierung von Magnesium, welches oft zur Unterstützung der sportlichen Leistungsfähigkeit eingenommen wird, das kann heftige Bauchkrämpfe und Durchfall zur Folge haben. Pflanzlichen Nahrungsergänzungsmittel können beispielsweise auch Wechselwirkungen mit Medikamenten auslösen. Als typisches Beispiel dafür nennt Dr. Thuile das Johanniskraut.

 

In unserer Gesundheitspraxis bekommen Sie Infos und Tipps vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor: Dr. med. univ. Christian Thuile. Ihre Fragen zum aktuellen Thema können Sie uns auch mailen.