G'sundes Südtirol im April: Allergien nicht unterschätzen

In Südtirol leidet jeder 5. an einer Allergie, Tendenz weiter steigend. Nicht behandelt kann es dadurch auch zu schweren Komplikationen kommen, erklärt unser Radiodoktor Christian Thuile.

Grundsätzlich kann es jeden treffen, auch in jedem Lebensalter, eine familiäre Vorbelastung erhöht das Risiko aber deutlich. Allergien gehören zu den häufigsten Erkrankungen unserer Zeit, der allergische Schnupfen ist sogar die häufigste Erkrankung unseres Immunsystems überhaupt. Wird eine Allergie nicht rechtzeitig und richtig behandelt, kann es passieren, dass sich beispielsweise durch einen vergleichsweise harmlosen Heuschnupfen, das Risiko an durchaus auch lebensbedrohlichem Asthma zu erkranken um das Dreifache erhöht.

Wenn die Nase in bestimmten Situationen ständig verstopft ist, die Augen brennen, die Schleimhäute anschwellen und wir häufiger niesen oder husten müssen, liegt die Vermutung nahe, dass wir auf etwas allergisch reagieren. Hierbei kommt es eigentlich zu einer Fehlfunktion unseres Abwehrsystems, denn es reagiert auf Gräser und Pollen und andere unspektakuläre Stoffe aus unserer Umgebung, als wären es gefährliche Erreger und bekämpft sie auch mit aller Kraft. Die Symptome mögen harmlos wirken, beeinträchtigen aber die Lebensqualität und auch die Belastbarkeit von Betroffenen massiv, bei Heuschnupfen etwa um bis zu 40%.

Es ist wichtig Allergien nicht einfach als vorübergehende Belastung zu akzeptieren, denn das sind sie nicht, sie sind vergleichbar mit einem Brandherd, je schneller das Feuer bekämpft wird, desto geringer ist der Schaden, den es anrichten kann, also je früher eine Allergie behandelt wird, desto besser. Viele Menschen halten aber lieber aus, als zum Arzt zu gehen und sich behandeln zu lassen, eine Einstellung, die sogar lebensgefährlich werden kann.

Zur Behandlung von Allergien verfügen wir über unterschiedliche, gut verträgliche Medikamente und auch durch spezifische Formen der Immuntherapie lassen sich die Beschwerden gut in den Griff bekommen, so der bekannte Komplementärmediziner. So genannte Antihistaminika der zweiten Generation, also Medikamente, die eine allergische Reaktionen verhindern, gehören zu den sichersten Medikamenten, mit den geringsten Nebenwirkungen.

Bei einer Hyposensibilisierung wird Betroffenen in steigender Dosierung genau jene Substanz verabreicht, gegen die sie allergisch reagieren. Ziel ist es ihr Immunsystem dahingehend zu trainieren darauf nicht mehr so übertrieben zu reagieren, es daran zu gewöhnen, bis hin zum völligen Ausbleiben der Reaktionen. In der Vergangenheit war das nur durch Spritzen möglich, inzwischen gibt es für Baum- und Gräser-Allergiker auch Tropfen und Tabletten, auf die 60-70% der Behandelten gut ansprechen.

„Allergien nicht unterschätzen“ im April in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“.

Tipps und Infos vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor Dr. Christian Thuile, tätig im Medical Center Quellenhof in St. Martin Passeier. Ihre Fragen können Sie uns auch mailen oder telefonisch unter der Nummer 0471 443000 mitteilen. 

Tipp:

Zum Thema „Bienen helfen heilen“ hält Dr. Thuile an diesem Donnerstag, 4. April einen weiteren Vortrag im Rahmen der Athesia-Gesundheitswochen, bei Athesia Buch in Bruneck. Durch den Abend führt G’sundes-Südtirol-Redakteurin Christine Rabanser; Beginn ist um 20 Uhr, der Eintritt ist frei.