G’sundes Südtirol: Hochsaison der Pollen

Zwischen März und Juli sind die meisten Pollen unterwegs und bereiten auch immer mehr Südtirolern große Probleme, erklärt Dr. Christian Thuile.

Heuschnupfen ist immer weiter auf dem Vormarsch: Vor rund 30 Jahren waren nicht einmal 10% der Bevölkerung bei uns betroffen, heute ist es schon fast jeder 3! Typische Merkmale sind die ständig laufende Nase, meistens kombiniert mit juckenden und geröteten Augen und regelrechten Nies-Attacken. Und diese Allergiezeichen können so heftig werden, dass sie Betroffenen das Leben oft richtig schwer machen. 

Grundsätzlich kann man sagen, dass sich ein Heuschnupfen auch wieder zurückbilden kann, in manchen Fällen sogar ganz von alleine. Besonders Allergien wachsen im Kindesalter oft aus, sodass man als Erwachsener kaum mehr Probleme damit hat. Aber es kann leider auch umgekehrt sein, nämlich dass es nach der Pubertät schlimmer wird. Und diese Probleme können auch erst im Erwachsenenalter auftreten. 

Es ist manchmal schwierig eine Erkältung von einer Pollenallergie zu unterscheiden, aber das wichtigste Merkmal für die Allergie ist die zeitliche Verbindung zum Pollenflug. Und es ist auch typisch, dass sie im Grunde in jedem Jahr wiederkommt, mehr oder weniger zur selben Zeit. Die Signale sehen tatsächlich einer Entzündung sehr ähnlich, gerade weil oft auch ein unangenehmer Juckreiz im Hals, in den Ohren und am Rachen zu spüren ist. Und dummerweise schwillt bei einer Allergie die Schleimhaut in der Nase an und sie verstopft und das wiederum begünstigt Infektionen: somit kann man also durchaus beides gleichzeitig haben! Aber wer den Verdacht auf eine Allergie hat, sollte dies dringend mit seinem Hausarzt absprechen und wird dann meist weiter an eine Fachambulanz in Krankenhaus zur Abklärung geschickt. Dabei werden Tests auf der Haut und im Blut durchgeführt und eine Allergie lässt sich meist exakt feststellen.

Es ist wichtig, so früh wie möglich mit einer Behandlung zu beginnen, auch oder gerade auch mit Medikamenten, denn ansonsten riskieren Betroffene den gefürchteten „Etagenwechsel“ vom Heuschnupfen zum Asthma. Und wir verfügen inzwischen über wirklich gut wirksame und auch sehr verträgliche Medikamente und auch Nasensprays und Augentropfen. Die modernste Methode und für mich die natürlichste Behandlung besteht in einer so genannte Gewöhnungs-Therapie, die auch in den Krankenhäusern bei uns im Land angeboten wird. Und auch mit der Akupunktur erzielen wir in unserer Abteilung für Komplementärmedizin am Krankenhaus in Meran öfter gute Erfolge.

Die wichtigsten, allgemeinen Tipps bei Heuschnupfen:

  • Wählen Sie für verschiedene Aktivitäten die richtige Tageszeit: Wer Sport treibt, sollte dies in der Stadt besser morgens tun, mittags ist die Pollenbelastung am höchsten, auf dem Land eignet sich der Abend besser; das gilt übrigens auch für das Lüften.
  • Legen Sie die Straßenbekleidung nicht im Schlafzimmer ab.
  • Waschen Sie sich am Abend die Haare.
  • Benutzen Sie Salzwasser-Nasenduschen aus der Apotheke um die Pollen von den Schleimhäuten zu spülen.
  • Beachten Sie den Pollenflugkalender auf der Provinzseite.

„Hochsaison der Pollen“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).