G’sundes Südtirol: Heuschnupfen und Kreuzallergien

Eine Pollenallergie kommt selten allein, oft haben es Betroffene auch noch mit so genannten Kreuzallergien zu tun, so Dr. Christian Thuile.

Bestimmte Lebensmittel enthalten Eiweiße, die das Immunsystem von Allergikern so stark an Pollen erinnern, dass es sie davon nicht mehr unterscheiden kann und auch darauf allergisch reagiert. Es kann also bei deren Verzehr jederzeit zu den Symptomen einer Pollenallergie kommen, obwohl die Pollen, die das eigentliche Problem darstellen, gar nicht unterwegs sind. So genannte Kreuzallergien sind der häufigste Grund für Nahrungsmittelunverträglichkeiten überhaupt. Ein typisches Beispiel dafür ist die Unerträglichkeit von Äpfeln bei einer Birkenpollenallergie, darunter leiden sogar rund 60% der Betroffenen. Wer an einer Birkenpollenallergie leidet, kann aber auch Probleme mit Nüssen haben oder auch mit Kern- und Steinobst, allen voran mit Kirschen, Pfirsichen und Marillen und besonders auch mit Erdbeeren. Auch wer auf Gräser allergisch reagiert, kann eine Kreuzallergie auf verschiedene Lebensmittel entwickeln. Bei der weit verbreiteten Allergie auf den Beifuß tritt oft auch eine Unverträglichkeit auf Sellerie auf, vor allem wenn er roh verzehrt wird, so Dr. Thuile weiter, außerdem sind uns bei Gräsern auch Kreuzallergien auf Peperoni, Paprika und auch Karotten bekannt.

Die typischen Merkmale einer Kreuzallergie treten dort auf, wo der Hauptkontakt stattfindet, nämlich im Mund, wo wir die Nahrungsmittel zerkauen. Betroffene plagt dann meist ein Jucken und Kratzen, es kann ein ganz unangenehmes Gefühl im Gaumen auftreten, oft schwellen auch die Schleimhäute an und dadurch kommt es wiederum zu Problemen beim Schlucken und Sprechen und man bekommt auch schlechter Luft.

Es gibt leider keine vorbeugende Maßnahme, um zu Verhindern, dass eine Kreuzallergie auftritt. Aber die Erfahrung zeigt, dass durch die rechtzeitige, konsequente Behandlung der Hauptallergie, auch eine Kreuzallergie kein großes Problem darstellen muss. Man weiß übrigens auch, dass Faktoren wie Stress, körperliche Belastung, ein stärkerer Pollenflug (wie in diesem Jahr) oder auch Alkohol eine Kreuzallergie spürbar verschlimmern können, das sollten Betroffene sehr Ernst nehmen.

Ein völliger Verzicht ist aber meist nicht notwendig, denn das Immunsystem lässt sich meist dadurch beruhigen, dass man die entsprechenden Lebensmittel erhitzt und damit die problematischen Eiweiße zerstört. Wer auf Erdbeeren allergisch reagiert kann also meist bei einer Erdbeermarmelade beruhigt zugreifen und wer die Äpfel roh nicht verträgt, kann sie als Kompott oder Mus gut zu sich nehmen.

„Heuschnupfen und Kreuzallergien“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).