G’sundes Südtirol: Heuschnupfen bei Kindern

Auch immer mehr Kinder leiden unter einer Pollenallergie, Tendenz steigend. Vererbung ist die häufigste Ursache dafür, erklärt Dr. Christian Thuile.

Leidet ein Elternteil an einer Allergie, trägt das Kind ein Risiko von zwischen 20% und 40% in sich, selbst eine Allergie zu entwickeln, sind beide Eltern betroffen, beträgt das Risiko sogar bis zu 80%. Ob eine Allergie tatsächlich ausbricht oder nicht, wird zusätzlich von verschiedenen Faktoren beeinflusst, wie unsere übertrieben hohen Hygienestandards, auch Viruserkrankungen können eine Rolle spielen, muss Kleinkindern oft Antibiotika gegeben werden, entwickeln sie ebenfalls eher Allergien. Man weiß heute auch, dass Umwelteinflüsse wie Feinstaub in der Luft dazu beitragen können, selbstverständlich ist auch Zigarettenqualm im Elternhaus denkbar ungünstig für die Entwicklung einer Allergie. Muttermilch schützt eher vor Allergien, als Flaschennahrung.

Bei Kindern stehen die Chancen gut, dass sich eine Allergie wieder zurückbildet oder schwächer wird, weil die Reaktionsfähigkeit unseres Immunsystems mit den Jahren ganz natürlich abnimmt, so Dr. Thuile. Oft tritt eine Verbesserung bereits zwischen dem 7. und dem 8. Lebensjahr ein oder bestimmte Allergiesymptome treten nach der Pubertät einfach nicht mehr auf. Leider ist dies aber nicht immer der Fall und bei einigen kleinen Patienten verschlimmert sich die Situation mit der Zeit sogar.Auch der Heuschnupfen bei Kindern ist unbedingt durch Spezialisten zu behandeln! Als erstes ist es wichtig herauszufinden, worauf jemand genau allergisch reagiert, um die Behandlung darauf abstimmen zu können. So ein Allergietest wird auf der Haut gemacht, meist am Unterarm, manchmal auch am Rücken und ist kaum schmerzhaft, das piekst viel weniger als eine Spritze und ist auch viel weniger aufregend wie beispielsweise eine Blutabnahme.

Der modernste Ansatz (auch) in der Behandlung von Kindern mit Heuschnupfen ist die Hyposensibilisierung, eine Gewöhnungstherapie, bei der kleinste Dosen der allergieauslösenden Stoffe verabreicht werden, mit dem Ziel, dass sich der Körper schön langsam daran gewöhnt, diese nicht mehr als gefährlich einstuft und nicht mehr darauf allergisch reagiert. Dies ist übrigens die einzige Therapie, die Heuschnupfen und auch andere Allergien, ursächlich bekämpft und bewirken kann, dass Patienten langfristig beschwerdefrei bleiben. Ganze  90% der Kinder zeigen bereits nach dem ersten Jahr konsequenter Therapie eine deutliche Verbesserung der Symptome, insgesamt muss man für die Therapie mehrere Jahre einrechnen.

Und abschließend noch ein Top-Tipp aus der Komplementärmedizin: Sind in der Familie Allergien bekannt, kann die werdende Mutter durch Omega-3-Fettsäuren das Risiko für das Kind auf eine Allergie senken. Diese sind in Lachs enthalten, in Leinöl (1 Esslöffel am Tag) oder man kann sie auch in Form von Tabletten einnehmen (1-2 Gramm an Tag).

„Heuschnupfen bei Kindern“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).