G’sundes Südtirol: Grübeln raubt den Schlaf

Wenn die Gedanken im Kopf Karussell fahren, ist an erholsamen Schlaf nicht zu denken, erklärt unser Radiodoktor Christian Thuile. 

Oft passiert es uns, dass wir Stress und Sorgen und Probleme auch noch mit ins Schlafzimmer nehmen: der Hauptgrund für schlechtes Einschlafen. Wenn das Gehirn beim Zubettgehen immer noch auf Hochtouren läuft, fällt erst das Einschlafen schwer, übermannt einen dann doch die Müdigkeit und man schläft ein, wacht man öfter wieder auf, das Gedankenkreisen geht von neuem los und bald kommt auch noch die Angst dazu, dass es genau so kommen wird. Klar ist man tags darauf nicht ausgeruht, der Körper geht an seine Energiereserven und dauert dieser Zustand länger an, ist man bald völlig ausgepowert und steuert möglicherweise auf eine chronische Müdigkeit zu. 

Es sind meist negative Gedanken, die uns wach halten und die es gilt aus dem Kopf rauszubekommen. Denn diese sind oft mit Ängsten verbunden, was den Schlaf wiederum nachhaltig stören kann, so Thuile. Wer in der Nacht wach wird, sollte sich auf jeden Fall bewusst machen, dass das zum ganz normalen Schlafrhythmus dazugehört und sich nicht ärgern, sondern einfach umdrehen und ganz entspannt versuchen wieder einzuschlafen. 

Viele empfinden den Blick auf die Uhr in einer nächtlichen Wachphase als Belastung: „Nur mehr 2 Stunden Schlaf!“ Das kann man ganz einfach ins Positive drehen und sich stattdessen denken: „Schön, ich muss noch gar nicht aufstehen, ich kann noch ganze 2 Stunden weiterschlafen!“ Das klingt zwar banal, funktioniert für unser Gehirn aber und es schüttet kein Stresshormon aus und die Schlafunterbrechung fällt kürzer aus. 

Oft hindert uns ein Gedanke an etwas, das wir auf keinen Fall vergessen wollen, am (wieder-)Einschlafen. Der Trick damit uns dieser nicht die ganze Nacht verfolgt ist, ihn sofort aufzuschreiben und damit erst mal abzulegen, lösen können wir das Problem in der Nacht meist eh nicht. Auch positive Bilder funktionieren oft zum Einschlafen, das kann das wohlige Gefühl beim Duschen sein, das man sich in Erinnerung ruft oder warum nicht, der Klassiker: das Schäfchenzählen. 

Rituale funktionieren nicht nur für Kinder gut, wie das Vorlesen oder das gemeinsame Abendgebet, auch uns Erwachsenen kann es helfen, immer vor dem Einschlafen beispielsweise ein paar Seiten zu lesen oder eine Tasse Tee zu trinken. Hervorragend als natürliche Einschlafhilfen geeignet sind übrigens Baldrian, Lavendel, Hopfen und Melisse. Süßen Sie den Tee daraus gerne mit etwas Honig, auch das gibt ein wohliges, einschläferndes Gefühl.  

„Grübeln raubt den Schlaf“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).