G’sundes Südtirol: Gesundheit einatmen

Die Aromatherapie beschäftigt sich mit den Düften von Heilpflanzen und wie sie auf uns wirken und kann nahezu in allen Bereichen der Gesundheit und des Wohlbefindens eingesetzt werden, erklärt Radio-Doktor Christian Thuile.

Mit Aromastoffen können wir die Atemwege stärken, Entspannung oder Erfrischung bewirken und beispielsweise auch die Wundheilung fördern und sogar Krebszellen beeinflussen. Der Klassiker für zu Hause ist die Duftlampe: man gibt etwas Wasser in eine Schale, träufelt ein paar Tropfen eines ätherischen Öles hinein, zündet darunter eine Kerze an und bald duftet es im Raum entspannend nach Lavendel oder erfrischend nach Zitronengras, je nach Geschmack.

Auch ein Bad mit Lavendelöl kann nach einem stressigen Tag etwas Herrliches sein, wer eine Erfrischung braucht, nimmt einen Badezusatz aus Grapefruit oder Orange. Damit wir die ätherischen Öle im Badewasser nutzbar machen können, brauchen wir einen Trägerstoff, so Dr Thuile, und empfiehlt dafür etwas Honig oder Sahne.

Einige Öle kann man auch direkt an bestimmten Stellen auf der Haut verwenden, wie das Minzöl, das sich viele bei Spannungskopfschmerzen an den Schläfen einmassieren. Auch Kindern kann man mit der Aromatherapie etwas Gutes tun, aber bitte nur mit eigens auch für empfindliche Kindernasen geeigneten Düften. Gerade in der oft etwas aufregenden Adventszeit, kann man für die Kleinen beruhigende Düfte wie Kamille oder Schafgarbe empfehlen oder auch Zedern- und Sandelholz, welche auch noch eine schlaffördernde Wirkung haben.

Das ist die Top-5 der ätherischen Öle für Dr. Thuile: Lavendel (beruhigend und schlaffördernd), Rose (harmonisierend und ausgleichend), Eukalyptus (für die Atemwege), Bergamotte (hebt die Stimmung, wirkt antidepressiv und duftet wohltuend und erfrischend) und Orangenblüten (angstlösend, stressreduzierend, vermittelt eine positive, stimmungsaufhellende Wirkung).

Bei richtiger Anwendung sind ätherische Öle eine Wohltat, aber wir neigen oft dazu zu viel davon zu verwenden: 1-3 Tropfen sind meist schon ausreichend. Wenn man ätherische Öle falsch dosiert oder zu lange anwendet oder falsch lagert, können als Nebeneffekte Kopfschmerzen, Übelkeit oder auch Kreislaufprobleme auftreten.

Es gilt außerdem zu berücksichtigen, dass wir Aromen in einem Raum maximal 10 Minuten lang wahrnehmen können, danach hat sich unsere Nase daran gewöhnt, obwohl sie uns weiter umgeben und auf uns wirken. Mehr als eine halbe Stunde sollte man einen Duft auch nicht auf sich wirken lassen, danach wäre eine Pause von mehreren Stunden einzulegen. Man könnte seine Räume zu Hause auch unterschiedlich beduften, von der Frisch von Orange und Zitrone im Wohnzimmer bis zum entspannend und beruhigend nach Lavendel duftenden Schlafzimmer. Nach 2-3 Wochen spätestens sollte man prinzipiell ein anderes ätherisches Öl verwenden. Wer an Asthma leidet sollte besondere Vorsicht walten und sich gut beraten lassen, das selbst gilt für Schwangere.Und hier noch einige wichtige allgemeine Hinweise zur Verwendung von ätherischen Ölen: Informieren Sie sich beim Kauf auch darüber wie lange das von Ihnen ausgewählte haltbar ist und notieren Sie sich am besten auf dem Fläschchen, wann Sie es geöffnet haben. Innerhalb von 6 Monaten sollten die meisten aufgebraucht sein, da sie ansonsten nicht nur die Wirkung verlieren, sondern auch unerwünschte Nebenwirkungen auftreten können. Ätherische Öle sollten in dunklen Fläschchen aufbewahrt werden, lichtgeschützt und bei Raumtemperatur und für Kinder nicht erreichbar.

„Gesundheit einatmen“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).