G’sundes Südtirol: Gefährliche Atemnot

Von Asthma sind bei uns über 5% der Erwachsenen und rund 13% der Kinder betroffen, Tendenz weiter steigend, erklärt unser Radiodoktor Christian Thuile.

Ein Großteil der Betroffenen bekommt es bereits im Kindesalter mit dieser beängstigenden Lungenkrankheiten zu tun, aber es kann in jedem Lebensalter auftreten. Meist ist die Ursache dafür in einem Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren zu suchen, es beginnt häufig mit einem banalen Infekt der Atemwege, mit einer Viruserkrankung, einer Erkältung. Besonders bei Kindern ist das Immunsystem noch nicht ausgereift und es kann diesen eigentlich ungefährlichen Reiz falsch einstufen, gerade beispielsweise in Kombination mit Hausstaub (was hierbei oft eine Rolle spielt) und diese Fehlinterpretation kann zu einer Überreaktion führen, wie bei einem gefährlichen Erreger. Die Folge kann eine plötzliche Atemnot sein, weil die Muskeln der Atemwege verkrampfen, die Schleimhäute anschwellen und die Luftwege somit verengen, oft kommt auch noch ein starker Hustenanfall dazu. All das führt zu einer bedrohlichen Enge im gesamten Brustbereich, was sie Symptome weiter verstärkt.

Unsere modernen Häuser sind immer besser isoliert und die höhere Luftfeuchtigkeit in den Gebäuden ist das perfekte Milieu für die Hausstaubmilbe, so Dr. Thuile weiter, wir haben immer mehr Hausstaub und auch immer mehr Menschen, die darauf reagieren. Wer im Kindesalter oft Antibiotika verabreicht bekommen hat, trägt ebenfalls ein erhöhtes Risiko an Allergien und Asthma zu erkranken und auch unsere übertriebene Hygiene trägt dazu bei, denn etwas Dreck stärkt einfach das Immunsystem. Als wichtiger Faktor ist auch die Vererbung zu nennen: Leiden beiden Elternteile an einer Allergie oder an Asthma, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass auch das Kind betroffen sein wird, bei zwischen 60 und 80%.

Asthma ist grundsätzlich nicht heilbar, bei einem Teil der betroffenen Kinder ist es aber so, dass sie die Beschwerden mit den Jahren wieder von alleine loswerden. Die Symptome sind bei den meisten Patienten sehr gut in den Griff zu bekommen, erklärt Dr. Thuile, durch so genannte Erste-Hilfe-Medikamente, die sofort dafür sorgen, dass die Lunge wieder weit wird, Betroffene gut Luft bekommen und der krampfartige Husten erst gar nicht auftritt. Sind keine Medikamente verfügbar, ist es vor allem wichtig: die Ruhe zu bewahren. Dabei kann die so genannte „Torwartstellung“ helfen: Sie stellen sich mit gebeugten Knien und Hüfte hin und stützen sich mit beiden Händen im Bereich der Oberschenkel nach vorne auf.

Neueste Behandlungsmethoden arbeiten mit so genannten Antikörpern, die das Abwehrsystem davor abhalten sollen zu überreagieren, andere gehen in Richtung Desensibilisierung mit den allergieauslösenden Stoffen. Vielversprechend sind auch Frühwarnsysteme, die etwa in die Zahnbürste eingebaut werden könnten und schon Stunden vor einem Asthmaanfall Alarm geben, womit dann die Möglichkeit besteht schon frühzeitig einzugreifen.

„Gefährliche Atemnot“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“. Tipps und Infos vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor Dr. Christian Thuile, tätig im Medical Center Quellenhof in St. Martin Passeier. Ihre Fragen können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).