G’sundes Südtirol: Fieber ist wichtig

Es fühlt sich zwar unangenehm an, aber Fieber ist eine der wichtigsten Abwehrreaktionen unseres Körpers gegen Krankheitserreger, erklärt Radiodoktor Christian Thuile.

Fieber muss nicht, wie heute oft üblich, unbedingt sofort gesenkt werden, denn damit nehmen wir unserem Immunsystem eine der wichtigsten Waffen gegen eindringende Viren und Bakterien. Natürlich hängt es davon ab, wie hoch das Fieber ansteigt, aber zwei bis drei Tage im moderaten Bereich (zwischen 38 und 39 Grad) helfen uns sogar schneller wieder gesund zu werden. Vor allem aber bleiben wir mit Fieber eher zu Hause um uns auszukurieren, denn sobald fiebersenkende Mittel wirken, starten wir oft viel zu früh wieder in den Alltag zurück und setzen unseren Körper damit, praktisch mitten in einem Abwehrvorgang, einer großen Doppelbelastung aus. Fieber ist ein Alarmsignal des Körpers, das wir nicht übergehen sollten!

Die normale Körpertemperatur liegt bei 37 Grad, wenn unsere Wärmeproduktion und –Abgabe ausgeglichen ist, was unser Gehirn rund um die Uhr kontrolliert, ähnlich wie ein Thermostat, so Dr. Thuile. Körperliche Tätigkeit heizt unseren Körper auf, genauso wie Aufregung und emotionaler Stress. Tageszeitliche Schwankungen sind dabei ganz normal: in der Früh ist unsere Körpertemperatur am niedrigsten, am Abend am höchsten, was übrigens auch bei Fieber der Fall ist. Als Fieber gilt eine Körpertemperatur von über 38° C, zwei mal innerhalb einer Stunde im Ohr gemessen, davor spricht man von erhöhter Temperatur.

Zu den häufigsten Ursachen für Fieber zählen bei Kindern Mandel- oder Mittelohrentzündungen und Darmgrippen und wir dürfen, trotz Impfpflicht, auch die Kinderkrankheiten nicht vergessen. Erwachsene bekommen oft Fieber wegen einer Nierenbeckenentzündungen, durch Erkältungen, bei einer Grippe, aber auch wegen einer Bronchitis, die durch Zecken übertragene Borreliose, dass Pfeiffersche Drüsenfieber und vieles, vieles mehr... Fieber kann aber auch bei einer gestörten Immunabwehr auftreten, bei Rheuma oder einer Gefäßentzündung und auch bestimmte Medikamente können Fieber verursachen, genauso wie die Hormone der Schilddrüse und neuerdings immer öfter anzutreffen ist das so genannte „psychische“ Fieber, das durch Aufregung hervorgerufen werden kann.

Es kommt vor, dass fiebrige Kleinkinder zu Krämpfen neigen, für das Umfeld eine ganz fürchterliche, beängstigende Situation. Zum Glück sind solche Fieberkrämpfe aber in den meisten Fällen harmlos und bedeuten nicht, dass ein Kind ein Krampfleiden (Epilepsie) entwickelt, so Dr. Thuile. Viel größer ist bei anhaltend hohem Fieber die Gefahr des Austrocknens durch Flüssigkeitsmangel, was besonders bei Kleinkindern, aber auch bei älteren Menschen unbedingt zu beachten ist und zu den weiteren Hauptgefahren zählen auch Herzkreislaufprobleme und die Neigung zu Blutgerinnseln. Bei sehr hohem Fieber von 40 Grad und mehr oder auch bei Fieber über 39 Grad, das mehrere Tage anhält, sollte man unbedingt einen Arzt zu Rate ziehen, sofort Hilfe zu holen ist bei Benommenheit oder Bewusstseinseintrübungen und am besten lassen Sie auch Fieber nach einem Auslandaufenthalt abklären.

„Fieber ist wichtig“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).


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