G’sundes Südtirol: Feinstaub in der Luft

An den Folgen von Feinstaub versterben weltweit etwa doppelt so viele Menschen, als durch Verkehrsunfälle, erklärt Radiodoktor Christian Thuile.

Mit einer umfassenden Analyse der Luftqualität in mehr als 3000 Städten weltweit hat die Weltgesundheitsorganisation WHO einmal mehr auf die wachsende Verschmutzung unserer Atemluft hingewiesen. Beim Feinstaub handelt es sich um winzig kleine Teilchen in der Luft, die problemlos durch unsere Filter bis in die tiefsten Teile der Lunge vordringen und sich dort ablagern können. Auf Dauer wird das Lungengewebe dadurch gereizt und das Risiko für Lungenkrankheiten steigt: Es treten gehäuft schwere Formen von Asthma und Bronchitis auf, bis hin zu Lungenkrebs und man hat gerade in der letzten Zeit festgestellt, dass Feinstaub auch für viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich ist; die häufigste Todesursache, die damit in Verbindung gebracht wird, ist der Hirnschlag.

Laut neuesten Berechnungen versterben weltweit im Jahr rund 3,5 Millionen Menschen frühzeitig an den Folgen des Feinstaubes, so Dr. Thuile weiter, und wenn sich nichts an der aktuellen Situation verändert, ist zu befürchten, dass sich diese Zahl bis zum Jahr 2050 sogar verdoppeln wird. Allen voran natürlich in Ländern wie China, Indien oder auch Pakistan, aber auch bei uns in Europa nimmt die Zahl der Folgeerkrankungen von Feinstaub deutlich zu.

Wir Menschen produzieren das meiste Gift in unserer Luft selbst, denn Feinstaub entsteht allen voran durch Emissionen aus Kraftfahrzeugen (Pkw, Lkw, Traktoren), Kraft- und Fernheizwerken, Öfen und Heizungen in Wohnhäusern, aber auch durch die Landwirtschaft, etwa wegen der vielen Ammoniumgase, die bei der Tierhaltung anfallen. Es ist keineswegs rein ein Problem in unseren Städten, die Konzentration von Feinstaub zwischen Bozen und Salurn ist in etwa die selbe, auch entlang der Strecke zwischen Bozen und Meran. Wenn schon, dann ist es ein Problem der Täler, in den Bergen ist die Belastung natürlich sehr viel geringer. Es bedarf also ganzheitlicher Lösungen. Die Wasserstoffbusse beispielsweise, die unser Land teils bereits einsetzt, sind eine gute Investition in die Zukunft.

2014 ist in Italien der interessante Fall eingetreten, dass auf einmal die niedrigsten Feinstaubwerte seit Jahren gemessen worden sind. Die Ursache dafür war dann auch schnell gefunden: es waren die hohen Ölpreise! Deswegen wurde weniger autogefahren und sich wohl auch mehr zu Fahrgemeinschaften zusammengeschlossen. Es wäre also wirklich gar nicht so schwer den Feinstaub in der Luft deutlich zu reduzieren, jeder einzelne von uns kann und sollte etwas dazu beitragen.

„Feinstaub in der Luft“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).