G’sundes Südtirol: Ermüdungsbruch

Auch der stärkste Knochen bricht, wenn wir ihm ständig zu viel zumuten und die Warnsignale übergeht, erklärt unser Radiodoktor Christian Thuile und nennt unter anderem Bergläufer als besonders gefährdet.

Ermüdungs- oder Stressbrüche kündigen sich eigentlich an, durch starke Schmerzen, bei wiederholter Überlastung. Solche Brüche betreffen vor allem Sportler, aber keineswegs nur im Profibereich, sondern immer öfter auch Freizeitsportler und es passiert Frauen rund 10 mal häufiger als Männern. Vom Alter her sind zwei Lebensphasen auffällig: Kinder und Jugendliche holen sich im Wachstum zwischen 8 und 16 Jahren häufiger so eine gefürchtete Stressfraktur, bei Hobbysportlern stechen die Jahre zwischen 35 und 40 hervor, wo der sportliche Ehrgeiz oft am höchsten ist. Insgesamt riskieren ehemalige Sportler am meisten, die nach einer längeren Pause das Training wieder aufnehmen und generell Anfänger, die sich leicht überschätzen können.

Ein Ermüdungsbruch, der sich am Röntgenbild oft erst auf den zweiten Blick erkennen lässt, kann die unterschiedlichsten Bereiche unseres Skelettes betreffen, je nach Schwerpunkt der Belastung. Meist aber, in rund 85% der Fälle, sind die unteren Gliedmaßen betroffen, also Beine und Füße, am häufigsten das Fersenbein, auch die Mittelfußknochen, der Oberschenkelhals und oft passieren diese Brüche auch im Bereich von Waden- und Schienbein.

Bestimmte Sportarten bergen dabei ein höheres Risiko, als andere. Diese Art von Brüchen finden wir oft bei Läufern, vor allem bei Berg- und Marathonläufern, aber auch bei springenden Sportarten, wie in der Leichtathletik, beim Volleyball, auch bei Korbballsportarten, im Tennis und besonders häufig auch bei Fußballern.

Die wichtigste Maßnahme bei einem Ermüdungsbruch ist die Entlastung des betroffenen Knochens. Ganz auf Bewegung zu verzichten wäre aber auch verkehrt, so Dr. Thuile, ist beispielsweise ein Bein betroffen, wäre es wichtig, dass wir es gerade so viel bewegen, bis die ersten Schmerzen auftreten. Eine Operation ist meist gar nicht nötig, weil sich im Gegensatz zu traumatischen, akuten Brüchen, die Bruchstücke normalerweise nicht gegeneinander verschieben und einfach eine bestimmte Zeit brauchen, um wieder zu heilen.

Bis zur vollständigen Belastungsfähigkeit vergeht nach einem Ermüdungsbruch eine relativ lange Zeit, er bedarf einer Trainingspause von 4-6 Monaten. Und im Anschluss daran ist es dann wichtig, zur Vorsorge, um zu verhindern, dass es erneut passiert, dass man seinen Bewegungsumfang an die eigenen Möglichkeiten anpasst und am besten auch gleich noch seinen Technik überprüft, wie etwa den Laufstil.

„Ermüdungsbruch“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).