G’sundes Südtirol: Erholung für den Magen

Schonkost kann durchaus auch gut schmecken. Kartoffelpüree etwa ist bei einem gereizten Magen sehr zu empfehlen, wie auch pürierte Suppen, erklärt unser Radiodoktor Christian Thuile.

Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass genau das was uns besonders gut schmeckt, nicht besonders gut für den Magen ist… Stimmt nicht ganz, so Dr. Thuile, viel öfter liegt es an unserem Umgang mit Nahrungsmitteln, denn wir tendieren dazu von allem zu viel und zu schnell in uns hineinzuschaufeln.

Essen wir zu schnell, wird die Nahrung schlecht gekaut und unser Magen bekommt es mit Brocken zu tun, die er mit mehr Magensäure länger kneten und bearbeiten muss. Indem wir zu viel essen überdehnen wir unseren Magen und er muss wiederum viel Magensäure produzieren, um alles zu verdauen. Und so ein voller Magen drückt auch auf das Zwerchfell und die Lunge und dadurch wird sogar noch unsere Atmung beeinträchtigt.

Wer raucht, macht es seinem Magen auch nicht gerade einfacher, denn dadurch wird wiederum die Produktion der Magensäure angeregt, durch die Inhaltstoffe von Zigaretten kann er sich aber auch noch schlechter davor schützen. Wer einen empfindlichen Magen hat, sollte am besten auf Kaffee verzichten, wegen der Röststoffe, die übrigens auch in der koffeinfreien Variante enthalten sind. In einer akuten Phase lässt man besser auch das Gläschen Wein zum Essen weg, genauso wie das Feierabendbier und andere kohlensäurehaltige Getränke. Ist Magenschonung angesagt, sind neben fetten Speisen auch scharfe Gewürze und Geräuchertes tabu. Ganz fettfrei muss die Ernährung aber nicht sein, denn Fett kann etwas von der aggressiven Salzsäure des Magens abfangen. Zucker hingegen ist der wichtigste Säurelocker in unserem Körper und sollte daher, gerade wenn jemand übersäuert ist, eine Zeitlang komplett weggelassen werden. Vorsicht auch bei schwer verdaulichen Speisen, denn dazu zählt auch so Gesundes wie Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte (außer sie werden püriert), Kohlgemüse, Knoblauch, Zwiebel und Rohkost wie Salate.

Pürierte Suppen hingegen sind eine Wohltat für einen gestressten Magen, genauso wie Apfelmus oder –Kompott. Weißes Fleisch und fettarmer Fisch wie Saibling und Forelle sind gut verträglich, Basmatireis wäre als Beilage zu empfehlen. Genauso wie Kartoffeln, am besten in Form von Püree, denn die basischen Kartoffeln tun einem angeschlagene Magen gut, da sie leicht verdaulich sind und das wenige Fett von der Milch und dem Stückchen Butter das man für ein Püree verwendet, hilft die Säure aus dem Magen herauszubringen. Eine reife Papaya schmeckt nicht nur köstlich, sie ist fast Medizin für den Magen. Avocados sind wegen der gesunden Öle ebenfalls zu empfehlen, vielleicht püriert, mit etwas Zitrone und Salz als Brotaufstrich. 

„Erholung für den Magen“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).