G’sundes Südtirol: Ein voller Magen schläft nicht gut

Um gut ein- und durchschlafen zu können, sollten wir am Abend das Richtige essen und trinken, rät unser Radiodoktor Christian Thuile.

Eine schwere Mahlzeit am Abend stört unseren Schlaf, das merken die meisten derzeit deutlich nach einer abendlichen Törggelepartie. Unser Körper braucht zur Verdauung viel Energie und das kann unsere Schlafqualität beeinträchtigen. Außerdem riskieren wir bei einem vollen Magen, wenn wir liegen, dass die Magensäure zurück in die Speiseröhre fließt und dort die Schleimhaut verätzt, was wie Feuer brennt. Viele kennen das nächtliche, nicht ungefährliche Sodbrennen und Aufstoßen, als Folge einer falschen Ernährung am Abend.

Wer Glück hat, hat einen so genannten „Saumagen“ und kann eigentlich zu jeder Tages- und Nachtzeit essen und trinken, was er möchte. Aber unter einer guten Schlafqualität verstehen wir nicht nur schnell einschlafen zu können, gemeint sind damit vor allem auch die wichtigen Tiefschlafphasen, die mit einem vollen Magen schwerer eintreten können. Ist die Schlafqualität schlecht, fühlt man sich auch nach ausreichend Schlaf, immer noch müde und ist richtig gerädert.

Leicht verdaulich und daher besonders für den Abend geeignet ist mageres (Rind-)Fleisch oder auch ein Truthahnschnitzel, so der bekannte Ernährungsmediziner, alles Panierte und Frittierte ist schwer verdaulich, genauso wie Vollkornbrot, aber auch ein Apfel, weil wir einfach eine lange Zeit brauchen, um ihn gut aufzuspalten und zu verdauen. Auch Blähendes ist gerade am Abend belastend, Empfindliche lassen also besser Hülsenfrüchte weg, wie Bohnen, Linsen und Erbsen. Mit entscheidend sind auch die Gewürze, nicht zu scharf und nicht zu pikant, ist besser verträglich und verdaulich. Schlaffördern sind die meisten Fischarten, Magermilchprodukte und auch Datteln, also Lebensmittel die das Eiweiß Tryptophan enthalten. Und zwischen dem Abendessen und dem Schlafengehen sollten zwei bis drei Stunden vergehen.

Kaffee ist eine Frage der Gewöhnung, aber wer sensibel auf Koffein reagiert, sollte ab 16 Uhr keinen Kaffee mehr trinken und auch kein Colagetränk. Das Koffein wird im Körper relativ langsam abgebaut und hält unser Gehirn wach, was uns am Einschlafen hindern kann. Das gilt übrigens auch für schwarzen, weißen und grünen Tee, denn eine Tasse davon wirkt, besonders wenn er nur kurz gezogen hat, genauso aktivierend wie Kaffee.

Viel Gutes kann man sich am Abend mit einem Tee aus Kräutern und Heilpflanzen tun und Dr. Thuile empfiehlt: Kamille, Fenchel, Hopfen, Baldrian oder Melisse. Und auch etwas Süßes, ein kleines Betthupferl, beruhigt und hilft beim Einschlafen, so die neuesten Erkenntnissen von Schlafforschern.

„Ein voller Magen schläft nicht gut“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).