G’sundes Südtirol: Die wunderbare Welt der Öle

Ohne Fette geht in unserem Körper gar nichts und auch Öle sind ein wichtiger Bestandteil einer gesunden Ernährung, erklärt Dr. Christian Thuile.

Pflanzliche Öle sollten wir täglich zu uns nehmen, ihr Wert für unsere Gesundheit hängt aber von der Sorte und der Gewinnungsart ab, auch von der Zusammensetzung der Fettsäuren und nicht zuletzt von der Verwendung: nicht jedes Öl ist für jede Zubereitungsart geeignet!

Gesättigte Fettsäuren gelten als ungünstig, sie können die Gefahr von Stoffwechselstörungen, Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen. Also übertreiben sie es nicht mit den tierischen Fetten, Butter, Käse, Fleisch, Eiern, aber auch mit Palm- und Kokosfett. Viel gesünder sind ungesättigte Fettsäuren, wie die Ölsäuren und der Klassiker: das Olivenöl. Noch besser wären mehrfach ungesättigte Fettsäuren, wovon die bekannteste die Omega-3-Fettsäure ist, welche die Fließeigenschaft des Blutes verbessert und Ablagerungen in den Blutgefäßen vorbeugt.

„Raffiniertes“ Öl wird industriell bearbeitet, die natürlichen Trübstoffe herausgefiltert und stark erhitzt, was seine Haltbarkeit steigert. Es enthält dann allerdings auch keine natürlichen Vitamine und sekundären Pflanzenwirkstoffen mehr und vom typischen Nuss- oder Saat-Geschmack bleibt auch nicht mehr viel übrig. Im Gegensatz dazu werden „native“ Öle durch Pressung oder andere mechanische Verfahren schonend gewonnen. Das hochwertigste Verfahren zur Ölgewinnung wir mit „kaltgepresst“ bezeichnet oder „Aus erster Pressung“, hierbei bleibt nicht nur der Geschmack erhalten, sondern auch die meisten wertvollen Inhaltstoffe.

Für kalte Speisen kann man alle Pflanzenöle verwenden, das ist Geschmackssache, so Dr. Thuile, als gesunde Allrounder könnte man kalt gepresstes Oliven-Öl, Raps- und auch Lein-Öl bezeichnen. Nuss-Öl passt besonders gut zu Desserts mit Früchten und das gesunde Kürbiskern-Öl gibt Kartoffeln oder auch Salaten eine besondere Note. Je stärker Pflanzenöl erhitzt wird, umso mehr leiden Vitamingehalt, Aroma und Geschmack, aber viel entscheidender für unsere Gesundheit ist: wird der jeweilige Rauchpunkt überschritten, zerfallen die Fettsäuren und es können sich schädliche Stoffe entwickeln. Besonders hohe Temperaturen entstehen etwa beim scharfen Anbraten von Fleisch, deswegen braucht es dafür besonders stabile Öle, wie Erdnuss-Öl, bei dem der Rauchpunkt deutlich über 200° C liegt, Olivenöl büßt schon bei 180° C seine positiven Eigenschaften ein; Distel- und Lein-Öl sollten gar nicht erhitzt werden.

„Die wunderbare Welt der Öle“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).