G’sundes Südtirol: Die Macht der Gefühle

Unsere schlauen Gehirnzellen in allen Ehren, aber die Gefühle machen uns aus, erklärt unser Radiodoktor Christian Thuile. 

Gefühle sind eigentlich „nur“ extrem viele und extrem schnelle Verbindungen in unserem Gehirn. Noch bis vor wenigen Jahren war man der Überzeugung, dass sich alles rational über unser Gehirn und unsere Gedanken erklären lässt, heute wissen wir, dass die Gefühle der eigentliche Motor unseres Lebens sind. Sie gehen zwar vom Kopf aus, können aber mittels der Hormone und Botenstoffe, die unser Gehirn ausschüttet, in den ganzen Körper gelangen. Wir sprechen also völlig zu Recht von „Schmetterlingen im Bauch“, wenn wir so richtig glücklich sind oder vom „Kloß im Hals“, wenn uns etwas ängstigt. 

Interessant ist, dass ein beachtlicher Teil unserer emotionalen Verhaltensmuster bereits genetisch vordefiniert ist, also dass unsere Gefühle sich nur bedingt durch selbst gemachte Erfahrungen ableiten lassen. So ist es durchaus nicht verwunderlich, dass auch Geschwister, die aus demselben Umfeld kommen und Ähnliches erlebt haben müssten, trotzdem eine unterschiedliche Sichtweise auf Dinge haben können. Nehmen wir das berühmte halb gefüllte Glas Wasser: während es der eine immer als halb leer empfindet, ist es vielleicht für seinen Bruder immer halb voll. Man kann an solchen Mustern zwar arbeiten, aber wir bringen eine gewisse Ausstattung schon von Haus aus mit. 

Gefühle sind alles andere als eine Laune der Natur, sondern wahrscheinlich sogar der Grund, warum die Menschheit überlebt hat. Nehmen wir die Angst, hätte der Urmensch nicht gespürt, wann es Zeit ist abzuhauen, wäre er nicht weit gekommen, erklärt Dr. Thuile. Aber Angst als dominantes Muster kann zu schwersten Krankheitssymptomen führen und das ist rein rational kaum selbst zu lösen. Niemand kann hergehen und entscheiden, jetzt stelle ich die Angst ab, die Gefühle sind einfach viel mächtiger. Fühlen wir uns wohl, ist unsere Stimmung gut, sind wir widerstandsfähiger, geht es uns schlecht, überwiegen die negativen Gefühle, werden wir leichter krank. Deutlich lässt sich der Zusammenhang zwischen Gefühlen und Gesundheit und Wohlbefinden auch am Beispiel von Mobbing am Arbeitsplatz anschaulich machen. Viele kennen dieses Gefühl der Ohnmacht, fühlen sich missverstanden und alleingelassen, sehen keine Möglichkeit diese negativen Emotionen auszudrücken. Ob sie wollen oder nicht, nehmen Betroffene dieses Paket auch mit nach Hause, sie können nicht nach Feierabend die Bürotür hinter sich zumachen und daheim mit den Kindern unbeschwert herumalbern. Es wird das gesamte Umfeld mit einbezogen und diese Negativspirale stellt eine echte Bedrohung für die Gesundheit dar. 

Die positive Nachricht ist: Wir können positive Gefühle ein stückweit trainieren, indem wir beispielsweise für Rituale sorgen. Schenken Sie sich eine Stunde am Tag, in der Sie etwas lesen oder spazieren gehen, auch mal wieder Freunde anrufen, die Ihnen gut tun. Regelmäßige kleine, positive Erfahrungen helfen uns, besser mit Negativem umzugehen“.

„Die Macht der Gefühle“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“. Tipps und Infos vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor Dr. Christian Thuile, tätig im Medical Center Quellenhof in St. Martin Passeier. Ihre Fragen können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).