G’sundes Südtirol: Die Konzentrationsschwäche

Wenn die Gedanken immer wieder abschweifen, kann das sehr belastend sein und verschiedene Ursachen haben, erklärt unser Radiodoktor Christian Thuile.

Von einer Konzentrationsschwäche oder -Störung sprechen wir, wenn jemand die Fähigkeit verliert, mit seiner Aufmerksamkeit bei einer Sache zu bleiben. Es kann in jeder Altersklasse vorkommen, immer öfter sind davon aber Jugendliche und auch schon Kinder betroffen, bei ihnen treten deutlich bemerkbare Veränderungen oft nach der Einschulung auf. Dann ist es wichtig erst einmal sicherzustellen, dass das Kind eine störungsfreie Umgebung hat, ausreichend Schlaf bekommt, gesundes Essen und ausreichend Bewegung und unbedingt auch genügend Zeit zum Spielen, das wird leider viel zu oft vergessen. Allerdings ist die häufigste Ursache für Konzentrationsstörungen bei Kindern und Jugendlichen das so genannte Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADHS).

Es gibt unter uns Menschen so genannte Lerchen und so genannte Eulen und die ticken einfach unterschiedlich, bringen einen anderen, natürlichen Tagesrhythmus mit. Die einen sind in der Früh weniger konzentrationsfähig, die anderen am Abend. Und wir sind schließlich keine Maschinen und dürfen uns nicht stundenlang die volle Konzentrationsfähigkeit abverlangen, das ist schlicht unrealistisch. Zwischendurch mal ein Tag Vollgas verkraftet jeder, aber je mehr Strapazen, je länger der Stress andauert, desto mehr schwindet unsere Fähigkeit aufmerksam zu bleiben.

Kurzzeitige Konzentrationsstörungen, die uns alle betreffen können, haben viel mit dem Umfeld zu tun. Ungünstiges Licht kann die Aufmerksamkeitsfähigkeit stark beeinträchtigen, genauso wie Lärm, aber auch die verbrauchte Luft in einem Raum. Hinzu kommt die Tagesverfassung, wer schlecht geschlafen oder Stress oder Sorgen hat, tut sich schwerer damit, seine Gedanken zu ordnen und sich auf etwas zu fokussieren. Auch wenn wir zu viel gegessen haben, leidet unsere Konzentrationsfähigkeit, durch den Konsum von Alkohol natürlich sowieso. Oft ist es aber auch Überforderung und wir kennen auch verschiedene Krankheiten, die dazu führen können, allen voran die Depression. Treten Konzentrationsschwächen gemeinsam mit Gedächtnisdefiziten und vor allem auch mit Orientierungsschwierigkeiten auf, spricht sehr vieles für eine Demenz.

Bei immer wieder auftretenden Konzentrationsstörungen kann es notwendig sein, den Lebensstil umzustellen, für ausreichend Schlaf zu sorgen, auch im (Arbeits-)Alltag immer wieder Entspannungsphasen einzuplanen, sich genügend zu bewegen, etwas Sport zu betreiben und auf eine vernünftige, ausgewogene Ernährung und ausreichend Flüssigkeit zu achten. Zusätzlich helfen gezielte Entspannungsmethoden wie Yoga, Meditation, autogenes Training oder die progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Und wer das nicht alleine hinbekommt, sollte nicht zögern, sich Hilfe zu holen, beispielsweise beim Psychologen. 

Das Gehirn lässt sich bekanntermaßen trainieren, wie ein Muskel, das gilt auch für unsere Konzentrationsfähigkeit. 50 unterschiedliche, einfache Übungsanleitungen finden sich beispielsweise hier, aber auch das Ausfüllen von Kreuzworträtseln gehört dazu, Sudoku ist dafür ebenfalls hervorragend geeignet, genauso wie das Auswendiglernen von Texten.

„Die Konzentrationsschwäche“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“. Tipps und Infos vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor Dr. Christian Thuile, tätig im Medical Center Quellenhof in St. Martin Passeier. Ihre Fragen können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).