G’sundes Südtirol: Die Fettleber

Die häufigste, chronische Lebererkrankung hierzulande wird als Fettleber bezeichnet, erklärt unser Radiodoktor Christian Thuile.

Das ist anfangs ein schleichender Prozess, der gar nicht auffällt. Normalerweise haben wir maximal 5% Fettzellen in unserer Leber, bei einer Fettleber sind es um die 50%, was bedeutet, dass dieses lebenswichtige Organ nur mehr zur Hälfte funktioniert und die verbleibenden, gesunden Zellen ständig überstrapaziert werden. Mit den Jahren kann daraus eine gefürchtete Schrumpfleber (Leberzirrhose) entstehen, die sogar zum Leberversagen führen kann.

Gründe dafür, dass ein Körper vermehrt Fettzellen in der Leber einlagert, können ein chronischer Alkoholkonsum sein, das ist die häufigste Ursache, aber auch ein allgemein ungesunder Lebensstil, Übergewicht, die chronische Einnahme von bestimmten Medikamenten oder eine Erkrankung.

Alkohol ist sehr Kalorien- und Energiereich, so Dr. Thuile, und diese Energie wird in der Leber zu Fett umgebaut und je mehr davon vorhanden, desto weniger Platz für die anderen Zellen. Die durchschnittliche Obergrenze ist bei einem Mann bereits mit zwei großen Bier am Tag erreicht, bei einer Frau ist die Grenze des für die Leber noch machbaren noch niedriger. Am schlimmsten ist Alkohol aber in Kombination mit anderen Risikofaktoren für die Leber, beispielsweise Stoffwechselerkrankungen wie die Zuckerkrankheit oder die regelmäßigen Einnahme von Medikamenten, hier sei auch die Pille erwähnt, die oft nicht als solches wahrgenommen wird und es hängt auch sehr viel von den Ernährungsgewohnheiten ab.

Die Behandlung einer Fettleber erfordert diätetische Maßnahmen, es gilt Alkohol, Übergewicht und die Zuckerkrankheit in den Griff zu bekommen, dann kann sich eine leichte Fettleber sogar innerhalb von ein paar Wochen wieder völlig regenerieren. Sind die Probleme nicht schon zu weit fortgeschritten, kann sich eine Leber auch im Laufe der von vielen eingehaltenen Fastenzeit wieder in Normalform bringen und die Fettzellen in der Leber wieder auf ein Normalmaß abbauen; die Leber ist einfach ein Meister der Regeneration.

Wer den Alkohol weglässt und zwar ohne Ausnahme, auch die mit Alkohol gefüllte Praline, der sollte stattdessen reichlich andere Flüssigkeiten zu sich nehmen, mindestens 2 Liter am Tag, am besten in Form von Wasser und Tees. Besonders gut eignen sich dafür Tees, die unsere Leber beim Aus- und Durchspülen unterstützen, also aus Kräutern mit vielen Bitterstoffen, aber auch Fenchel und Artischocke.

Genauso wichtig ist die Ernährungsumstellung und ganz entscheidend für die Rückbildung einer Fettleber ist die radikale Reduzierung der Fette in der Ernährung und dazu gehören nicht nur das panierte Schnitzeln mit Pommes, sondern auch zuckerhaltige Lebensmittel. Dabei gilt es besonders auch bei den Getränken aufzupassen, auch (verdünnte) Fruchtsäfte wegzulassen, natürlich Süßigkeiten und während einer Kur auch auf Auszugsmehlprodukte zu verzichten, das sind 00-er Mehle, egal ob von Dinkel, Kamut oder Weizen.

Gemüse und Obst sollte während einer Leberentgiftungskur nicht roh gegessen werden, auch keine Salate, besser ist es alles zu kochen, garen oder dämpfen. Karotten, Brokkoli, Rohnen, Spinat, Orangen, Kiwi und Äpfel sind sehr zu empfehlen, genauso wie Eiweiß, das wir über Fisch und Fleisch und Hülsenfrüchte aufnehmen können. Und Top ist auch Magerkäse, wie der hervorragende Südtiroler Graukäse.

„Die Fettleber“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“. Tipps und Infos vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor Dr. Christian Thuile, tätig im Medical Center Quellenhof in St. Martin Passeier. Ihre Fragen können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).