G’sundes Südtirol: Der Wonnemonat Mai

Der Frühling kann für einen regelrechten Energieschub sorgen und auch die Hormone ziemlich aufwirbeln, erklärt Radiodoktor Christian Thuile.

Wissenschaftler sind seit Jahren auch den Frühlingsgefühlen auf der Spur und jetzt belegen auch Studien, dass in dieser Phase einiges in Aufruhr ist. Es existiert tatsächlich, dieses Gefühl des Aufbruchs auch in unserem Körper, das Gefühl den Ballast aus der kalten, dunklen Winterzeit abzuwerfen. Je näher wir dem Äquator kommen, desto geringer sind die Unterschiede zwischen Tag und Nacht, Sommer und Winter und entsprechend weniger ausgeprägt ist dieses Phänomen. Frühlingsgefühle sind also keine Einbildung, sondern auf Kontrasteffekte zurückzuführen.

Im Frühling und tatsächlich besonders im Mai ändert sich die Hormonzusammensetzung in unserem Körper, wahrscheinlich wegen der zunehmenden Sonneneinstrahlung. Wir produzieren mehr von dem so genannten Glückshormon Serotonin und auch vom Dopamin, das die sexuelle Lust anregt und wir fühlen uns fitter und wacher. Dazu trägt auch das Adrenalin bei, das Stresshormon, das in diesem Fall für anregenden, positiven Stress sorgt. Außerdem schütten wir weniger Melatonin aus, da dieses Schlafhormon im Dunkeln gebildet wird und wir jetzt ja wieder mehr Sonnenstunden zur Verfügung haben.

Es ist davon auszugehen, dass jetzt gerade verschiedene äußere Einflüsse die Hormone in Wallung bringen. Dr. Thuile nennt allen voran: Mehr Sonnenschein, steigende Temperaturen, das Erwachen der Natur, die Düfte des Frühlings und auch die frischen Nahrungsmittel. Verstärken lässt sich das gute Gefühl durch sportliche Aktivitäten, herrlich beispielsweise auch ein morgendlichen Spaziergang und wir können unseren Körper auch unterstützen indem wir nicht zu schwer essen, darauf achten wenig Fett und Zucker und am besten auch kleinere Portionen zu uns zu nehmen. Und besonders wichtig ist auch immer ausreichend zu trinken. Durch bestimmte Kräutertees lässt sich auch eine Entgiftung nach dem Winter anregen, die Brennnessel regt beispielsweise die Nieren an, das Tausendgüldenkraut hilft der Leber.

Aber auch das Gegenteil, also dass man gerade im Frühling oft niedergeschlagen ist, kommt gar nicht so selten vor, Stichwort: Frühjahrsmüdigkeit. Und genauso wie eine Herbst-Winter-Depression auftreten kann, fühlen sich viele auch in der Übergangszeit im Frühling nicht wohl. Auch das hat mit dem Wechselspiel der Hormone in unserem Körper zu tun, manchmal aber auch mit sozialen Gründen, etwa wenn jemand einsam ist. Gerade in so einer (normalerweise kurzen) Phase ist es wichtig, dass man gut auf sich schaut, die Ernährung anpasst, sich an der frischen Luft bewegt und seinen Kreislauf in Schwung bringt, dafür wunderbar geeignet sind Wechselduschen.

„Der Wonnemonat Mai“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).