G’sundes Südtirol: Der Treibstoff Zucker

Eigentlich ist Zucker ist besser als sein Ruf, denn er liefert uns lebenswichtige Energie, erklärt unser Radiodoktor Christian Thuile.

Keine Panik vor Zucker! Was es braucht ist ein gesundes Mittelmaß und ein Bewusstsein dafür, wie viel wir davon tatsächlich zu uns nehmen. In unsere Zuckergesamtrechnung gehören nicht nur der Haushaltszucker und der Traubenzucker, auch alle Kohlenhydrate bestehen aus einzelnen Ketten mit kleinen Zuckerbausteinen, also bringen auch herkömmliches Weißmehl, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Polenta, Brot und vieles mehr, Zucker mit. Gesündere Kohlenhydrate (auch komplexe Kohlenhydrate genannt) liefern uns jeweils die Vollkornvarianten, also Vollkornnudel, -Reis, und –Polenta. Zucker aus Obst (Fructose) ist sogar deutlich energiereicher als Haushaltszucker und bringt auch deutlich mehr Kalorien mit, wird von unserem Körper aber langsamer verbrannt und in einer anderen Art und Weise, aber auch dieser Zucker zählt.

Nehmen wir Zucker zu uns, kommt es zur Ausschüttung von Insulin, das ist der wichtigste Botenstoff zur Zuckerverwertung. Dieses Hormon gibt die Bauchspeicheldrüse an unser Blut ab, das es zur Energiegewinnung in alle Zellen transportiert. Wer Zuckerkrank ist, hat zu wenig davon und daher große Probleme mit der Verwertung des Zuckers. Ist der Zuckerspiegel in unserem Körper aber zu hoch ist, können kleinste Blutgefäße verstopfen und das kann zu schwerwiegenden Veränderungen führen, wie zu Erkrankungen der Blutgefäße im Rahmen einer Arteriosklerose, auch Herzkranzgefäße können verstopfen, Herzinfarkt oder Schlaganfall können drohen, aber auch die Nieren und die Augen können in Mitleidenschaft gezogen werden.

Was eine gesunde Aufnahme von Zucker angeht, hätten wir überhaupt keinen Bedarf irgendetwas zu süßen, also weder den Tee zu zuckern, noch den Kaffee und schon gar nicht Süßigkeiten und Kuchen zu essen, hier sollte man anfangen mit dem Einsparen. Zucker ganz wegzulassen gelingt uns eh nicht und wir brauchen ihn ja auch für die schnelle Energie. Deswegen ist es wichtig zu frühstücken, denn unser Gehirn kann nur Zucker als Energie verwerten, im Unterschied zu Muskeln beispielsweise, die auch Fett verbrennen oder Eiweiße abbauen können.

Dass unser Gehirn nach Zucker verlangt, kommt nicht von ungefähr, für den Urmenschen lautete die Devise: Viel Zucker = viel Energie. Nur kann heutzutage jeder und auch jederzeit Zucker haben, er ist viel zu billig und wird auch entsprechend eingesetzt, da er ja unsere Geschmacksknospen so gut anspricht. Warum sonst sollte er so großzügig für Fertigsaucen und –Gerichte verwendet werden?

Bei Lebensmitteln wo groß draufsteht: „Ohne Zucker“, sind meist Zuckeraustauschstoffe im Spiel. Werden diese synthetisch hergestellt, sind sie unserem Körper fremd und werden auch entsprechend schlecht verwertet. Außerdem erwecken sie nur den Anschein von etwas Süßem und wir schütten das zuckerverwertende Insulin aus, aber nichts passiert. Also sendet unser Körper sein Hungerhormon aus und unser Appetit ist erst dann gestillt, wenn effektiv etwas Zuckerhaltiges nachkommt. Natürliche Zuckeraustauschstoffe wie Stevia sind zwar besser, die Täuschung bleibt aber. Gesünder wäre allgemein ein vernünftiger Umgang mit Zucker.

Als Top-Tipp um sich Süßes abzugewöhnen und nebenbei auch noch die Verdauung zu unterstützen nennt Dr. Thuile Bitterstoffkonzentrate aus Mariendistel, Enzian, Tausendgüldenkraut, Löwenzahn oder auch Brennnesselwurzel.

„Der Treibstoff Zucker“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“. Tipps und Infos vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor Dr. Christian Thuile, tätig im Medical Center Quellenhof in St. Martin Passeier. Ihre Fragen können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).