G’sundes Südtirol: Das Herz stärken

Umweltgifte, Körpergewicht, aber auch soziale Kontakte haben viel mit unserer Herzgesundheit zu tun, erklärt Dr. Christian Thuile.

Regelmäßige Bewegung, eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung, immer wieder Ruhephasen, wenig Alkohol und keine Zigaretten, das alles trägt auch zu einem gesunden Herzen bei. Die neuesten Erkenntnisse von Wissenschaftlern zeigen aber auch, dass beispielsweise Feinstaub das Risiko für eine Herzattacke um das 3-4fache erhöht. Gerade wer auch in unseren Städten wohnt oder entlang von Hauptdurchzugsstraßen ist hohen Belastungen durch Luftschadstoffen ausgesetzt. Bisher wurden eher Schäden an der Lunge diskutiert, aber inzwischen weiß man, dass auch das Herzkreislaufsystem dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Die ultrafeinen Staubpartikel in der Luft gelangen fast ungehindert in die Lunge und können von dort auch unsere inneren Organe erreichen und auch die besonders empfindlichen Herzkranzgefäße. Da dieser feine Staub reibt, wie Sand, können hier Entzündungen entstehen, die auch zu einer Verstopfung der Herzkranzgefäße führen und damit das Risiko für eine Herzschwäche oder sogar einen Herzinfarkt erhöhen können.

Ein optimales Körpergewicht ist auch für das Herz von extremer Bedeutung, denn Zusatzgewicht bedeutet Zusatzbelastung, so Dr. Thuile, je mehr Gewicht desto öfter und kräftiger muss es schlagen. Im Rahmen einer herzgesunden Ernährung, gilt es das Salz zu reduzieren (wir verwenden durchschnittlich fast doppelt so viel, als uns gut tut) und den Schwerpunkt auf Obst, Gemüse und Vollkornprodukte zu legen. Unter den heimischen Obstsorten tun sich gerade Äpfel hervor, da sie viel Pektin, Magnesium und Kalium enthalten. Auch Nüsse (besonders Wahlnüsse), Sesam, Leinsamen und Haferflocken, die viel entspannendes Magnesium enthalten, sind gut für unser Herz. Hochwirksame Mikronährstoffe erhalten wir außerdem noch über Brokkoli, Tomaten und die verschiedenen Beerensorten. Zu reduzieren sind tierische Fette, zu vermeiden sind weiße, raffinierte Mehle, die von unserem Körper wie purer Zucker verwendet werden.

Kaffee wird unterschiedlich diskutiert, für Bluthochdruck, wie oft behauptet wird, kann er aber nicht verantwortlich gemacht werden. Wer nur selten Kaffee trinkt und womöglich auch noch ein vorbelastetes Herz hat, der erhöht damit seine Herzfrequenz und dem ist davon abzuraten. Aber ein gesunder Gewohnheitskaffeetrinker hat keine zusätzliche Belastung zu befürchten, sondern kann, ganz im Gegenteil, von verschiedenen wertvollen Inhaltsstoffen der Kaffeebohne profitieren.

Und wir Menschen sind soziale Wesen, das spielt nicht nur im Alltag, sondern vor allem auch was unsere Herzgesundheit angeht, eine wesentliche Rolle. Wir sind einfach zufriedener und gesünder, wenn wir Familie und Freundschaften pflegen.

„Das Herz stärken“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“. Tipps und Infos vom bekannten Südtiroler Komplementärmediziner, Ernährungsexperten und Bestsellerautor Dr. Christian Thuile, tätig im Medical Center Quellenhof in St. Martin Passeier. Ihre Fragen können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).