G’sundes Südtirol: Bienen stehen nicht auf uns

Bienen und auch Wespen sind für die Natur unverzichtbare Helfen und wollen uns sicher nichts Böses, aber wenn sie sich bedroht fühlen, stechen sie zu, erklärt Dr. Christian Thuile.

Bienen- oder Wespenstiche sind für die meisten „nur“ schmerzhaft und unangenehm, für Allergiker können sie lebensbedrohlich werden. Ruhe zu bewahren ist die erste und wichtigste Regel, wenn jemand gestochen worden ist und auf keinen Fall versuchen das Gift mit dem Mund herauszusaugen!

Normalerweise hilft es, die betroffene Stelle gleich zu kühlen: mit kaltem Wasser, kalten Essigumschlägen, Eiswürfeln oder mit eigenen Gels aus der Apotheke. Die altbewährte Zwiebelhälfte oder eine Zitronenscheibe kühlen, desinfizieren und helfen gegen die Schwellung, wenn man sie mit der frischen Schnittstelle nach unten auf die Einstichstelle drückt. Ist sonst nichts bei der Hand, kann man auch Speichel gegen den Juckreiz auftragen. Gut wäre es, ihn mit etwas Zucker zu mischen.

Sehr zu empfehlen ist ein möglichst heißer Waschlappen, da das Bienen- oder Wespengift ab einer Temperatur von 40 Grad zerstört wird. Man drückt den heißen Waschlappen 20-30 Sekunden auf die Stichstelle, lässt locker und drückt nach einer kurzen Pause wieder drauf, das Ganze 2- bis 3-mal.

Bei einem Bienenstich sollte auch der Stachel gleich entfernt werden, Wespen ziehen ihn ja normalerweise selbst wieder heraus. Wird jemand im Mund oder im Hals gestochen ist die Situation weit kritischer und man sollte zum Arzt, die gerade beschriebenen Erste-Hilfe-Maßnahmen sind in diesem Fall noch wichtiger.

Wer auf Bienen- oder Wespenstiche allergisch reagiert ist in höchster Gefahr! Ist das Problem bekannt, sind Erste-Hilfe-Maßnahmen mit dem Vertrauensarzt besprochen und geübt. Wer jedoch erstmalig betroffen ist, braucht am besten sofort einen Notarzt, so Dr. Thuile. Anzeichen für eine allergische Reaktionen sind starke Rötungen, weit über die Stichstelle hinaus und massive Schwellungen in diesem Bereich, ein zunächst harmlos wirkender Schnupfen, der immer stärker wird und Schwellungen in Gesicht, Hals, Augen, Nase und an den Schleimhäuten. Betroffene haben Schwierigkeiten mit dem Atmen bis hin zur Atemnot mit Erstickungsanfällen, sie können von starker Übelkeit betroffen sein, massiven Kreislaufbeschwerden, der Blutdruck kann abfallen, das Herz zu rasen beginnen und im schlimmsten Fall tritt ein allergischer Schock ein, mit totalem Blutdruckabfall, Ohnmacht  und Kreislaufkollaps: dann besteht Lebensgefahr.

„Bienen stehen nicht auf uns“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).