G’sundes Südtirol: Altes Wissen um Wildblumen

Gänseblümchen, Huflattich, Vergissmeinnicht und Rotklee kann und sollte man auch essen, rät unser Radiodoktor Christian Thuile.

Es wäre glatt schade die beliebten Wildblumen „nur“ zu Hause in die Blumenvase zu stellen, viele enthalten auch besondere Heilkräfte, die wir für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden nutzen können. Das Gänseblümchen beispielsweise schmeckt erstaunlich nussig und in seinen ätherischen Ölen stecken Wirkstoffe, die positiv auf unser Gemüt wirken, das belegen aktuelle Studien. Diese zarten Blüten wirken außerdem  krampflösend, schmerzstillend und auch blutreinigend. In der Volksmedizin werden sie bereits seit Jahrzehnten äußerst erfolgreich bei Frauenleiden eingesetzt, auch bei Entzündungen im Körper und für Haut, Gelenke, Muskeln und auch für den Darm.

Huflattich wird oft mit Löwenzahn verwechselt, seine gelben Blüten sind aber kleiner und der Stiel ist geschuppt. Als Heilpflanze machen den Huflattich die enthaltenen Schleimstoffe aus, die sich schützend besonders über die Schleimhäute im Rachenraum legen und damit verhindern, dass uns krankmachende Keime wie Viren oder Bakterien befallen können. Und dieser Überzug kann auch Reizhusten mildern. Aber wo Wirkung, da auch Nebenwirkung: in den Blättern vom Huflattich können auch die Leber schädigende Stoffe enthalten sein, also davon bei den verschiedenen Anwendungen möglichst wenig verwenden.

Die schönen, kleinen, himmelblauen Blüten des wilden Vergissmeinnichts kennen wir alle, als Heilpflanze findet sie aber kaum irgendwo Erwähnung. Erst in den letzten Jahren ist der Wert der darin enthaltenen ätherischen Öle erkannt und damit auch seine Bedeutung für unsere Gesundheit festgestellt worden, so Dr. Thuile. Wir finden im Vergissmeinnicht Kalium, Alkaloide und Gerbstoffe. Seine Einsatzgebiete sind jenen vom als Heilpflanze bekannteren Lungenkraut oder auch Beinwell ähnlich, es wirkt entzündungshemmend, beruhigend und kräftigend. Vergissmeinnicht kann in Teeform oder auch roh angewandt werden und ist eine Zier für jeden Salat.

Auch der Wert von Rotklee ist noch gar nicht so lange erforscht. Man weiß inzwischen aber, dass er viele Isoflavone enthält, die gerade bei Frauen in den Wechseljahren für den hormonellen Ausgleich sorgen, es gibt bereits Medikamente mit diesem Wirkstoff. Auch bei Appetitlosigkeit wird Rotklee erfolgreich eingesetzt, außerdem kann er Menschen unterstützen, die an Gicht leiden und er trägt zur Entgiftung und Reinigung unserer Leber bei und nützt generell allen Verdauungsorganen in unserem Körper.

„Altes Wissen um Wildblumen“ in der Gesundheitspraxis „G’sundes Südtirol“ mit Dr. Christian Thuile, dem Leiter der komplementärmedizinischen Abteilung am Krankenhaus Meran. Ihre Fragen dazu können Sie uns auch mailen (bitte Telefonnummer angeben).