Gerechtigkeit mit jedem Tropfen

Ohne nachzudenken trinken wir Schluck für Schluck, Tasse für Tasse, unseren heißgeliebten Kaffee, während am anderen Ende der Welt ein Bauer mühselig jede einzelne Kaffeebohne erntet, um uns diesen Genuss tagtäglich zu ermöglichen - und das oft nur für ein paar Cent pro Kilo. Dabei kann jeder einzelne von uns den Unterschied machen - mit Fair-Trade. Worauf müssen wir achten und was bedeutet „Fair-Trade“ für den Verbraucher?

In den letzten Jahren wuchs das Bewusstsein für nachhaltige und fair gehandelte Produkte, im Zuge dieses Wandels im Konsumverhalten stieg auch die Nachfrage für fair gehandelten Kaffee.

Fair Trade für Humanität
Vergleicht man das Einkommen eines normalen Kaffeebauern mit dem eines Fair-Trade-Kaffeebauern, erhält der Fair-Trade-Bauer ungefähr vier Mal so viel Lohn wie der normale. 

Wenn wir beispielsweise hypothetisch davon ausgehen, dass der Verkaufswert eines nicht-fair-trade Kaffees 10 € pro Kilogramm beträgt, würden ? dieses Betrages an Transport, Röstung und Händler gehen, ? sind Steuern und nur 6% davon - in diesem Fall 60 Cent – bekäme der Bauer.

Bei fair-trade Kaffee hingegen ist es von der Organisation „Fair Trade International“ so geregelt, dass der Bauer, unabhängig vom aktuellen Marktpreises des Produkts, bei beispielsweise Arabicakaffee, 2,50€ pro Kilogramm verdient.

Bei den viele verschiedenen Siegel und Zertifikaten verliert man allerdings oft den Überblick. In erster Linie gilt es, zwischen zwei Arten von Logos zu unterscheiden: Hat sich der Produzent das Siegel selber gebastelt, um in der Fair-Trade-Liga mitmischen zu können oder sprechen wir von international anerkannten Zertifikaten, wie beispielsweise Fair-Trade International, UTZ und Rainforest Alliance.

So hat auch die Südtiroler Kaffeerösterei Schreyögg auf ein Drittel ihrer Produkte das „Fair Trade International“-Logo abgedruckt. „Produkte mit dem Fair-Trade-Symbol werden von einer unabhängigen Behörde kontrolliert, die Unterlagen und Zertifikate checken und zusätzlich eine Mengenbilanz machen und schauen wie viel wir an fair gehandelten Kaffee eingekauft haben und wie viel wir dementsprechend auch weiterverkauft haben und ob dies alles übereinstimmt“, so Stefan Schreyögg von der Kaffeerösterei Schreyögg in Rabland.

Aspekte, um ein Produkt als fair-trade einzustufen, sind folgende:

  • keine Kinderarbeit
  • Mindestlohn für Hersteller unabhängig vom Marktpreis des Rohstoffes
  • ausgezahlte Fair-Trade-Prämie, welche in Nachhaltigkeit investiert wird, zum Beispiel Straßen- und Schulbau

Um das Fair-trade Siegel von gewissen Organisationen zu bekommen, müssen oft nur gewisse Anteile fair produziert beziehungsweise gehandelt werden. So zum Beispiel bei der Organisation „Rainforst Alliance“, welche sich auf den Schutz des Regenwaldes spezialisiert hat. Dieses Label akzeptiert alle Produkte, bei welchen mindestens 30% des Endproduktes effektiv fair-trade sind. Das bedeutet diesem Produkt sind bis zu 70% nicht-fair-trade Produkte zugemischt.

Wer also bereit ist für seinen Kaffee ein bisschen mehr zu bezahlen um fair zu trinken, Augen auf beim Einkauf!