Gemeinsames Konto

Gemeinsames Konto – ja oder nein? Diese Frage ist nicht in allen Beziehungen eine leichte Entscheidung. Es braucht viel Vertrauen in den anderen. Wenn dieses aber gegeben ist, kann man mittels gemeinsamen Kontos viele Vorteile genießen.

40 Prozent der Paare in Österreich teilen alles - nur nicht ihr Konto. Damit sind unsere Nachbarn laut einer aktuellen Umfrage sogar die Europameister der getrennten Konten. Fakt ist: In einer Beziehung auch finanziell gemeinsame Wege zu gehen, erfordert vor allem Vertrauen. Denn das Thema Geld birgt auch in harmonischen Partnerschaften Konfliktpotenzial.

Einer der des Öfteren mit dem Thema zu tun hat, ist Stefan Plaikner von der Caritas Schuldnerberatung. „Bei Paaren ist das gemeinsame Konto immer wieder ein Thema, besonders wenn gewisse Problematiken wie Schuldensituationen oder Abhängigkeiten (Spielprobleme o.ä.) vorliegen, die sich auf die finanzielle Situation der Partnerschaft oder Familie auswirken“, sagt der Schuldnerberater und ergänzt, „Es ist in jedem Fall ein wichtiges Thema, das angesprochen werden muss.“

Es gilt also gut abzuwägen! Denn erfahrungsgemäß treten die meisten Probleme mit gemeinsamen Konten bei Trennungen oder Scheidungen auf, etwa wenn einer der Parteien das Konto plündert oder den Zugang sperrt. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt die Variante eines dritten Kontos, zusätzlich zu den beiden individuellen Konten. Mit diesem werden laufende Spesen wie Miete und Lebensmitteleinkauf beglichen. Zwar kommen bei dieser Option zusätzliche Kontospesen hinzu, doch es macht eine gemeinsame Haushaltsplanung übersichtlicher und transparenter. Wichtig ist dabei das gegenseitige Vertrauen.

Brenzlig wird es, wenn einer zu viel ausgibt oder Investitionen tätigt, die nicht im gemeinsamen Interesse sind. Denn - ganz wichtig - es haften beide gleichermaßen. Das bedeutet einfach gesagt: Wenn für die Bank bei einem Partner nichts zu holen ist, wendet diese sich für den vollen Betrag an die finanziell besser dastehende Partei. Die Entscheidung für ein gemeinsames Konto sei also gut überlegt.

Hier gesammelt für euch die verschiedenen Vor- & Nachteile, die ein gemeinsames Konto mit sich bringt:

Vorteile:

  • es hilft den Überblick über die gemeinsamen Finanzen zu behalten
  • es erleichtert die Überprüfung bezahlter Rechnungen o.ä.
  • es dient als Grundlage für das Führen eines Haushaltsbuches
  • es macht Ausgaben transparent
  • es erleichtert die finanzielle Haushaltsplanung und die Umsetzung von größeren Anschaffungen (Auto, Haushaltsgeräte, usw.)
  • im Falle eines Unfalls hat der zweite Partner die Möglichkeit auf das gemeinsame Konto zuzugreifen
  • die Frage nach der gerechten Verteilung der Ausgaben (Wer zahlt diesmal die Miete, Rechnungen und Einkäufe?) wird so obsolet

Nachteile:

  • zusätzliche Kontospesen (im Falle, dass das gemeinsame Konto ein drittes Konto zusätzlich zu den individuellen Konten ist)
  • jeder dieser Inhaber ist gleichzeitig Gläubiger und Schuldner der Bank, das bedeutet jeder Inhaber haftet in vollem Umfang und nicht zur Hälfte oder nur einem Teil für eventuelle Schulden.
  • bei Streitigkeiten kann es im Extremfall zur Plünderung des Kontos durch eine Partei kommen - gegenseitiges Vertrauen ist demnach die Basis für die Eröffnung eines gemeinsamen Kontos.