Geld zurück für Niki-Flugtickets?

Die Fluggesellschaft Niki stellte den Insolvenzantrag, die Flugzeuge bleiben ab heute auf dem Boden. Doch was bedeutet das für die bereits gekauften Tickets? Bekommen Verbraucher ihr Geld zurück oder bleiben sie auf ihren wertlosen Tickets sitzen?

Kurz vor Beginn der Weihnachtsferien kommt es für die Fluggesellschaft Niki allen Anschein nach zum finalen Paukenschlag. Nachdem die kaufinteressierte Lufthansa gestern das Angebot zur Übernahme der Air Berlin-Tochter Niki zurückgezogen hatte, meldete Niki Insolvenz an. Der Flugbetrieb wurde mit sofortiger Wirkung eingestellt. Verkaufte Tickets haben somit ihre Gültigkeit verloren.

Die Frage, was das für die Verbraucher bedeutet, kann nicht generell beantwortet werden, sondern ist abhängig von der Art und Weise des Kaufes:

  1. Wer einen Niki-Flug im Rahmen einer Pauschalreise (z.B.: Paket bestehend aus Flug und Hotel) gebucht hat, sollte sich nun unbedingt an den Reiseveranstalter wenden: Dieser muss sicherstellen, dass der Verbraucher befördert wird und gegebenenfalls einen Ersatzflug organisieren: Pauschalreisende sind somit abgesichert.
  2. Wer einen Niki-Flug direkt bei der Fluggesellschaft oder durch einen Vermittler (z.B.: Reisebüro, Online-Plattform) gebucht hat, muss wohl selbst einen Ersatz organisieren und bezahlen. Zwar laufen Bemühungen vonseiten der österreichischen Regierung in Zusammenarbeit mit anderen Fluggesellschaften, eine Rückholaktion der gestrandeten Passagiere nach Österreich, Deutschland oder in die Schweiz zu organisieren. Ob (und zu welchen Konditionen) dies angeboten wird, ist allerdings zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt.

Momentan gibt es auf EU-Ebene keine gesetzlich verpflichtende Insolvenzabsicherung für Fluggesellschaften, wie sie beispielsweise für Reiseveranstalter vorgesehen ist. Das bedeutet, dass der Verbraucher, welcher direkt bei der Fluggesellschaft bucht (und nicht bei einem Reiseveranstalter), auch das Ausfallrisiko trägt, wenn die Fluggesellschaft Insolvenz anmeldet und den Flugbetrieb einstellt.

Über das sogenannte „Chargeback“-Verfahren können Verbraucher, die den Flug mit Kreditkarte bezahlt haben, versuchen, die Erstattung der Ticketkosten vom Kreditkartenunternehmen zu fordern. Einen gesetzlichen Anspruch auf Rückerstattung hat man dabei nicht – allerdings sehen einige Kreditkartenunternehmen vor, dass im Falle einer nicht erbrachten Dienstleistung die Erstattung des Betrages möglich ist. Einen Versuch ist es alle mal wert! Vor allem, wenn man sich die Alternative ansieht. Diese wäre nämlich die Forderung im Insolvenzverfahren anzumelden (wenn der Insolvenzantrag denn angenommen wird, und folglich das Insolvenzverfahren eröffnet wird). Die Chancen seine Forderung durchzusetzen stehen allerdings schlecht, da zunächst bevorrechtigte Gläubiger aus der Insolvenzmasse befriedigt werden.

Weitere Informationen und Ratschläge finden Sie auf der Internetseite des Europäischen Verbraucherzentrums oder direkt beim EVZ Bozen unter info@euroconsumatori.org oder 0471/980939.