Gartentipps: Kamelien

Prachtvolle Blüten: Wegen ihrer Herkunft aus dem Fernen Osten und ihrer edlen, gleichmäßigen Blüten, die an Rosen erinnern, werden Kamelien manchmal auch als "Chinesische Rosen" bezeichnet.  Diese, der Rose sehr nahe stehende Blume, verspricht das Glück lang andauernder Freundschaft und Harmonie.

Die China- oder Teerose, wie die Kamelie auch genannt wird, ist anspruchsvoll. Als Zimmerpflanze möchte sie Wachstumsbedingungen haben, die dem heimatlichen Ursprung angepasst sind: kühl, nicht zu trockene Luft, bedarfsgerechte Düngung und Pflanzerde mit einem niedrigen pH-Wert.

Die Kamelie blüht im Winter. Die Blütenknospen werden im Spätherbst gebildet. Die Palette der Blütenfarben reicht von reinem Weiß über zarte Rosatöne hin zu warmem, dunklem Rot. Die Blüten sind einfach, halb- oder ganz gefüllt. Die Blütenblätter der Kamelien sind besonders fest und kräftig, so dass sie wie Kunstwerke auf feinem Porzellan anmuten. Auch nach der Blüte sind Kamelien attraktiv, denn sie haben immergrüne, glänzende Blätter. Bis zur Blütenbildung kann die Pflanze 15 bis 18 Grad Celsius warm stehen. Danach sollten es nicht mehr als 12 Grad Celsius sein. Die Blüten entwickeln sich so am besten und die Blütezeit erstreckt sich dann über mehrere Wochen.

Wichtig ist es, die Kamelie während dieser Zeit regelmäßig zu gießen und Blätter sowie Blütenknospen fein zu übersprühen. Das wirkt Lufttrockenheit entgegen und beugt ärgerlichem Knospenabwurf vor. Am besten wird handwarmes Regenwasser genommen. Es ist kalk frei. Die Kamelie mag keinen Kalk – weder im Wasser noch in der Pflanzerde. Ihre Ansprüche in puncto Erde ähneln denen von Rhododendren: Der Boden sollte humusreich, durchlässig und kalkarm sein. Als Topf- oder Kübelpflanzen im Haus können Kamelien schon im Winter blühen, im Garten zeigen sie ihre Blüten von Mitte März bis Anfang Mai.

Wussten Sie schon : In China war die Kamelie (Camellia) ebenfalls schon vor über tausend Jahren eine beliebte Zierpflanze, in Europa dagegen kennt man sie erst seit etwa 300 Jahren. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts gelangten die ersten Kamelien aus dem Fernen Osten nach Europa – wahrscheinlich als Folge einer Verwechslung. Die Kamelie (Camellia japonica) ist eng mit dem Teestrauch (Camellia sinensis) verwandt. Beide gehören zu den Theaceen, den Teegewächsen. Der Teestrauch, der der damals schon in Ostasien als Zierpflanze kultivierten Camellia japonica sehr ähnlich sieht, durfte nicht aus China exportiert werden. Anfang des 18. Jahrhunderts versuchten die Engländer deshalb, Teepflanzen heimlich außer Landes zu bringen. Doch statt der erwarteten Teesträucher bestand die Schmuggelware aus Zierkamelien. Diese eigneten sich überhaupt nicht zur Teeproduktion, aber sie trafen auf so viel Begeisterung, dass mit ihnen gezüchtet wurde und im Laufe der Zeit viele schöne Sorten entstanden.