Gartentipps: Fruchtfall an Obstbäumen

Fruchtfall bei Äpfeln und Birnen: Anfang Juni fallen plötzlich viele Äpfel und Birnen vom Baum. Dieser "Junifall" ist eine ganz natürliche Erscheinung: Der Baum trennt sich von allen Früchten, die er nicht ausreichend ernähren kann. Denn sitzen zu viele Früchte an einem Baum, so würden  die sich nur gegenseitig in ihrer Entwicklung  behindern. Das Ergebnis davon liegt auf der Hand:  Es gäbe viele kleine Früchte ohne Geschmack  statt gut ausgebildeter großer aromatischer Früchte. 

Also werden durch das Ausdünnen die am Baum verbleibenden Vitaminlieferanten größer und schmackiger. 

Trotzdem empfehle ich, nach dem Junifruchtfall die Obstzweige darauf zu kontrollieren, ob auch wirklich alle überzähligen Früchte abgefallen sind! Ideal ist es, wenn die einzelnen Fruchtbüschel nur noch aus maximal zwei Früchten bestehen. Da das eher selten ist, müssen wir dem natürlichen Fruchtfall durch Schütteln nachhelfen. Wenn Sie aber lieber selbst selektieren wollen,  dann knipsen Sie am besten alle weniger gut entwickelten, also die kleineren, und überzähligen Fruchtansätze ab. Das geht mit der Hand oder mit einer scharfen Gartenschere.

Mit dem Fruchtfall wird der Baum ausgedünnt und die verbleibenden Früchte können optimal ausreifen. Fallen nur wenige Früchte im Juni ab, muss unter Umständen per Hand nachgeholfen werden. Zwischen zwei Äpfeln oder Birnen muss ca. eine Hand breit Abstand sein, damit gute Qualität geerntet werden kann. Auch die Qualität von Pflaumen lässt sich durch Ausdünnen verbessern Die Obstbäume reagieren in den Sommermonaten besonders empfindlich auf mangelnde Bodenpflege. Bei Trockenheit ist unbedingt zu wässern und der Boden sollte genügend durchlüftet werden. Noch besser ist ein Mulchen, dadurch werden ideale Wachstumsbedingungen geschaffen. Oft ist es ein Problem, den Rasenschnitt unterzubringen. Dies lässt sich dadurch lösen, indem er ihn als Mulchdecke verwendet wird, somit bleibt der Boden unter den Obstbäumen locker und feucht.

Bei den Kernobstbäume ist der Fruchtbehang auszudünnen, möglichst noch vor Johanni und dem damit verbundenen, natürlichen Fruchtfall. Auch die Pfirsiche können noch ausgedünnt werden. Sollten sich an Kirschbäumen die Spitzendürre zeigen, müssen die befallenen Triebe bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden.