Gartentipps: Der richtige Schnitt bei Zimmerpflanzen

Im Frühjahr, also bevor die Pflanzen anfangen auszutreiben, wird nicht nur umgetopft, sondern auch zurückgeschnitten. Pflanzen, die schon sehr früh blühen, werden allerdings erst nach der Blüte eingekürzt.

Beim Rückschnitt werden alte, vertrocknete oder mickrige Triebe entfernt. Auch ungünstig gewachsene (z.B. überkreuzte) Zweige werden abgeschnitten. Um einen buschigeren Wuchs zu erzielen, empfiehlt es sich, die Triebe etwa um ein Drittel zu kürzen. Damit die neuen Triebe nicht nach innen bzw. über Kreuz wachsen, wird die Schere über einem, nach außen zeigenden Auge, angesetzt. Ganz wichtig in punkto Schnitt: Verwenden Sie eine scharfe und saubere Gartenschere. Ist die Schere schmutzig und/oder rostig, dann besteht die Gefahr, dass Krankheitserreger übertragen werden. Stumpfe Scheren oder Allzweckscheren schneiden die Triebe nicht, sondern quetschen nur und verletzen dadurch die Pflanze. Übrigens: Wer einen kahlen Drachenbaum oder eine Yuccapalme zuhause hat, der muss drastischere Maßnahmen ergreifen und den Stamm absägen, so dass die Pflanze neu austreiben kann.

Wann muss umgetopft werden?
Alle Jahre wieder – und zwar im Frühjahr – ist Umtopfzeit. Und das gilt nicht nur für jene
Pflanzen, die optisch viel zu groß für das alte Pflanzgefäß geworden sind bzw. deren Wurzeln
Schon aus dem Wasserabzugsloch hervorquellen.

Bei blühenden Vertretern sollte man mit dem Umtopfen am besten bis nach der Blüte warten (sonst
besteht die Gefahr, dass die Pflanze Knospen und Blüten abwirft), langsam wachsende bzw.
zimmerhohe Sorten benötigen nur alle zwei bis drei Jahre einen größeren Topf (es bietet sich jedoch
an, die obere Erdschicht öfter zu erneuern).

Der richtige Topf
Größe: Der neue Topf sollte keinesfalls zu groß sein – meist reicht ein im Durchmesser vier Zentimeter (= ein bis zwei Nummern) größeres Exemplar völlig aus. Ist der Topf nämlich zu groß, besteht nicht nur die Gefahr, dass die Pflanze keinen festen Halt findet und blühfaul bzw. es kann leicht passieren, dass man zu viel gießt (weil man schließlich die ganze Erde im Topf anfeuchten möchte) und die Pflanze aufgrund dessen anfängt, zu kümmern.

Material: Ob Ton oder Plastik – bei der Wahl des richtigen Pflanzgefäßes entscheidet meist der persönliche Geschmack.

Umtopfen – so geht’s richtig
Lösen aus dem Topf: Zunächst muss die Pflanze vorsichtig aus dem alten Topf gelöst werden. Dazu die Pflanze ein paar Stunden vor dem Umtopfen wässern. Dann die Pflanze am Stängelansatz umfassen und auf den Kopf drehen (bei schweren Töpfen auf die Seite legen) und den Wurzelballen vorsichtig aus dem Gefäß lösen.

Wurzelschnitt:  Wenn die Pflanze aus dem alten Topf „befreit“ wurde, wird das alte Substrat aus dem Wurzelballen geschüttelt und verfaulte Wurzeln abgeschnitten. Bei alten Pflanzen mit stark verholzten Wurzeln eignet sich das Umtopfen auch bestens zum Verjüngen (bzw. Teilen der Pflanze). Dazu einen Teil der Wurzeln entfernen und die Schnittstellen mit Holzkohlepulver desinfizieren, damit keine Krankheitserreger in die „Wunden“ gelangen.

Das neue Pflanzgefäß: Wenn Sie kein neues Gefäß verwenden, unbedingt den alten Topf gründlich reinigen (Kalkflecken o.ä. Verunreinigungen lassen sich mit Bürste und Essigwasser entfernen). Decken Sie die Wasserabzugslöcher des neuen Topfes mit Tonscherben ab, damit nicht das ganze Substrat ausgespült wird. Am besten füllen Sie noch eine Drainageschicht aus Blähton in den Topf, etwas Erde darüber und setzen dann die Pflanze ein (sie muss genauso tief eingesetzt werden wie zuvor, nicht tiefer und nicht höher). Den Topf mit Erde auffüllen und leicht festdrücken (so dass ein etwa ein Zentimeter großer Gießrand entsteht).