Gartentipps: Der Gemüsegarten

Ob nach der Grunddüngung im Frühjahr noch eine so genannte Kopfdüngung des Gemüsebeetes (frühestens ab Juli; Dünger wird im Gegensatz zur Grunddüngung aber nicht in die Erde eingearbeitet) nötig ist, hängt vom Nährstoffbedarf der Pflanzen ab. Gute Ergebnisse lassen sich mit Kompost- oder Stallmistzugaben erzielen (Vorsicht: Stallmist eignet sich nicht für alle Gemüsesorten); das Wachstum regt z.B. auch Brennnesseljauche hervorragend an (stinkt allerdings bestialisch).

Wer weniger düngen möchte, kann auf natürliche Bodenaufbereiter zurückgreifen: Blumen wie der Bienenfreund oder die Studentenblume (wirkt gegen Nematoden) reichern die Erde mit Humus an und gleichen den Stickstoffmangel aus. Aber auch manche Gemüsesorten wie Buschbohnen, Lauch und Kartoffeln sind wahre Bodenverbesserer – sie hinterlassen nämlich ein krümeliges, lockeres Substrat und bereiten somit den Boden für ihren „Nachfolger“ optimal vor. 

Welche Pflanzen in welches Beet?
Wie bereits erwähnt, ist es den Gemüsepflanzen nicht egal, mit wem sie das Beet teilen müssen. Man unterscheidet deshalb zwischen "guten" und "schlechten" Nachbarn, d.h. zwischen Nachbarn, die sich entweder gegenseitig im Wachstum und bei der Schädlingsabwehr unterstützen oder hemmen. Im wahrsten Sinne des Wortes „nicht riechen“ (Duftstoffe und Ausscheidungen spielen hierbei eine wichtige Rolle) können sich oft die Mitglieder einer Pflanzenfamilie wie etwa die zu den Schmetterlingsblütlern zählenden Bohnen und Erbsen. Bei der Bepflanzung ist außerdem daran zu denken, keine Pflanzen nebeneinander in ein Beet zu setzen, die sich bezüglich ihres Nährstoffbedarfs stark voneinander unterscheiden (keine Starkzehrer neben Schwachzehrer). Um einer einseitigen Auslaugung des Bodens und dem Keimen von Krankheitserregern vorzubeugen, empfiehlt sich daher ein Fruchtwechsel. Bei Pflanzen, die sehr lansam wachsen und deshalb besonders infektionsgefährdet sind (wie z.B. Hülsenfrüchte oder alle Kohlsorten), sollte im Idealfall sogar eine Anbaupause von einem oder mehreren Jahren erfolgen. 

"Gute" Nachbarschaftshilfe – die natürliche Schädlingsbekämpfung im Gemüsebeet
"Gute" Nachbarn helfen bei der Abwehr unliebsamer Mitfresser (Knoblauch neben Möhren vertreibt die Karottenfliege; Lavendel schützt vor Blattläusen) und fördern das Wachstum (Petersilie neben Erdbeeren, Zwiebeln zwischen Kopfsalat, Radieschen neben Tomaten setzen). Bohnenkraut, Senf, Kapuzinerkresse oder Farn verdirbt Nacktschnecken den Appetit als Beetumrandung z.B. bei Salaten verwenden. Vor Gemüsefliegen oder Kohlweißlingen schützen Gemüsenetze oder Vliese, die nach der Aussaat über das Beet gelegt wird – achten Sie aber auf eine lückenlose Abdeckung (Netz eingraben oder mit Steinen beschweren). 

Was tun, wenn das Gemüse schießt?
Im Frühsommer kommt es oft zu "Schießereien" im Garten – das heißt, das Gemüse fängt viel zu früh an zu blühen, bildet Bitterstoffe aus und wird dadurch ungenießbar. Schuld daran sind oft zu niedrige Temperaturen während der Aussaat bzw. Anpflanzung. Wer den Pflanzzeitpunkt dennoch nicht um einen Monat verschieben will, für den empfiehlt es sich, das Gemüsebeet mit Vlies abzudecken. 

Tipps für eine nitratarme Ernte
Um möglichst nitratarmes Gemüse ernten zu können, sollten Sie zwei Wochen vor der Ernte mit dem Düngen aufhören und das Beet reichlich gießen. Geerntet wird dann in zwei Schritten: am besten an einem sonnigen Tag morgens mit dem Spaten die (Saug)Wurzeln durchtrennen (man kann das Gemüse auch mit der Grabgabel anheben und die Wurzeln zerreißen) und nachmittags bzw. abends dann das Gemüse ernten.