Gartentipps: Bougainvillea

Bougainvillea: Vor dem geistigen Auge erscheinen schon beim Klang des Namens Bilder von weiß getünchten Wänden, vor denen in flirrender Hitze rosa, rot, lila oder orange blühende Sträucher wachsen. Man erinnert sich an Urlaube in Spanien, Portugal, Südfrankreich, Griechenland oder Italien. Ursprünglich kommt die Bougainvillea allerdings aus Südamerika, genauer gesagt aus Brasilien. Sie liebt die Sonne und es kann ihr kaum zu heiß werden. Als reich blühende Kübelpflanze ist sie den ganzen Sommer über ein Schmuckstück.

Licht und Wasser
Der ideale Ort für eine Bougainvillea ist ein sonniger, einigermaßen geschützter Standort im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon. Da sie im Winter ohnehin in ein frostfreies Quartier umziehen muss, wird sie bei uns nur im Kübel gezogen. Der wichtigste Faktor für gutes Gedeihen und reiche Blüte ist Licht. Sie braucht möglichst viel direktes Sonnenlicht - und ist dementsprechend durstig. Gleichmäßiges Wässern ist wichtig, der Wurzelballen sollte stets feucht gehalten werden. Am besten ist es, immer dann zu gießen, wenn die oberste Schicht Erde im Kübel leicht angetrocknet ist. 

Schnipp-Schnapp
Die Bougainvillea blühen an den Enden der Triebe - bei kompakten Pflanzen sieht man in voller Blüte kaum die grünen Laubblätter, so dicht stehen die Blüten nebeneinander. Je länger allerdings die Triebe werden, umso spärlicher wirkt die Blüte. Deshalb ist ein regelmäßiger Schnitt - am besten gleich nach dem Abblühen sinnvoll. So wird eine dichte Verzweigung und immer wieder neue Blütenbildung angeregt. Als Maß für den Rückschnitt wird empfohlen, die neuen Triebe, zu erkennen an der hellgrünen Rinde, etwa um die Hälfte zu kürzen.

In ihrer Heimat sind die Pflanzen keinem ausgesprochenen Jahreszeitenklima ausgesetzt wie Europäer es mit Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter kennen. Unterschieden wird hier nur zwischen trocken und nass. Für uns Hobbygärtner ist das prima:  Wer den Ballen seiner Bougainvillea für kurze Zeit komplett austrocken lässt und dann erneut zu wässern beginnt, kann die Blütenbildung anregen. Also: Nach der Vollblüte – Kurzschneiden – austrocknen lassen – und los geht’s  zur nächsten Vollblüte. Ohne Sonne geht nix! An zu dunklen Standorten werden wenig Blüten gebildet, das Wachstum lässt zu wünschen übrig und so richtig glücklich sehen die Pflanzen auch nicht aus! Bietet man Bougainvillea allerdings einen sonnigen Platz auf Balkon, Terrasse oder im Wintergarten.

Wussten Sie das?
Der französische Offizier, Seefahrer und Schriftsteller Louis Antoine de Bougainville (1729 - 1811) umsegelte als erster Franzose die Welt. Einer seiner Reisebegleiter, der Botaniker und Schiffsarzt Philibert Commerson benannte die Gattung der Bougainvillea nach ihm. Sein Name ist rund um die Welt mehrfach verewigt: Auch die größte Salomonen-Insel, ein Seegebiet vor Neuguinea, ein Tiefseegraben und ein Korallenriff vor Nordost-Australien tragen den Namen Bougainvilles. 

„Blüten" sind gar keine
Die schönen Blüten der Bougainvillea sind streng genommen gar keine Blüten. Botanisch betrachtet handelt es sich um so genannte Hochblätter, also gefärbte Laubblätter. Aber so schön: Je nach Sorte „blühen" sie in Orange und Purpurrot, Rosa und Rot, Weiß, Gelb und Blau über mehrere Wochen der Sommersaison. Die eigentlichen Blüten der Baugainvillea sind klein und gelblich-weiß. 

Chamaeleonische Bougainvillea
Die Farbe der Hochblätter ändert sich mit der Lichtintensität. Je mehr Sonnenlicht auf die Blätter scheint, desto greller ist deren Farbe. 

Winterruhe
Zur Überwinterung eignet sich ein möglichst heller Raum mit drei bis zehn Grad Celsius. Kurz vor dem Umzug ins Winterquartier wird bereits die Wassergabe reduziert, während der Winterpause sollte die Pflanze trocken gehalten werden, allerdings darf der Topfballen nicht austrocknen.