Gartentipp: Später Frost

Auch wenn der Frost so manche Pflanze stresst, der Frost hat aber auch sein Gutes – er lockert und bewegt unsere Gartenböden!

Bei Frost weiten sich alle mit Wasser gefüllten Poren um knapp 10 % aus, daher sind auch die tonreichsten Böden nach dem Auftauen immer schön „fluffig“ - also richtig locker. Damit diese Lockerung möglichst lange ins Jahr hinein anhält – mein Tipp: Im kommenden Frühjahr werden die Gartenböden möglichst wenig bewegt – das bedeutet der Boden wird zur Saat- oder Pflanzvorbereitung nur einfach glattgezogen.  

Jeder, der nun öfters im Garten ist, der wird sehen, dass an besonnten Stellen die Bodenoberfläche richtig „arbeitet“:  Sie baut täglich kleine Türmchen - ohne unser dazutun!  Denn täglich gefriert der Boden auf ein bis drei Zentimeter Tiefe, jedoch taut er oberflächlich oft gleich am nächsten sonnigen Tag auf. Dabei richten sich bei noch feuchtem Boden teilweise Zentimeter hohe Türmchen auf und zerfallen tagsüber gleich wieder. So ergibt sich von Tag zu Tag eine intensive Durchmischung dieser Bodenteilchen. 

Auch Steinchen „arbeiten“ sich - beim Gefrieren und wieder Auftauen - im Wechsel nach oben, das nennt man „Frosthub“. Unter den Steinen halten sich gefrorene Bereiche länger, und diese Eiskristalle „ziehen“ noch flüssiges Bodenwasser aus der Nachbarschaft an – sie wachsen also tendenziell und drücken den aufliegenden Stein zusätzlich zur Ausdehnung gefrierenden Wassers nach oben. Taut der Bereich unter dem Stein wieder auf, sinkt er nicht wieder vollständig zurück in seine Ausgangsposition, weil während des Abtauens immer wieder kleine Erdkrümel nachrutschen, wo vom Rand her die Eiskristalle schmelzen und Platz machen. Je öfter Frier- und Auftauphasen 

Es ist die Zeit der Spätfröste! Auch wenn es noch Jahresanfang ist, die Bezeichnung Spätfröste  kommt daher, das diese Fröste zum Ende des Winters – also Spätwinter-Kaltzeit – auftreten. Die Auswirkungen der eisigen Zeit können leider für manche Gartenpflanzen fatal sein.  

Besonders frühen Blüher wie zum Beispiel dieTulpen-Magnolie mit ihren großen herrlich Blüten, sind äußerst spätfrostgefährdet. Auch junge Pflanzen die im Herbst erst gesetzt wurden, haben oft nicht genug Energie sich ausreichend vor Bodenfrösten zu schützen. Deshalb: Gefährdete Pflanzen bekommen einen Wintermantel rund um ihre Wurzeln verpasst. Der Wurzelbereich der Gehölze werden dick und dichtz mit Rindenmulch bedeckt. Dieser Mulchmantel sorgt dafür, dass der Boden rund um das Gehölz langsamer auftaut. Die Folge: Der Blütenaustrieb wie zum Beispiel der Magnolie verzögert. 

Die Chancen steigen, dass die Blüten unserer Gehölzschönheiten von den späten eisigen Küssen von Väterchen Frost verschont bleiben.