Garteln mit der Natur

Eines steht fest: Ein Naturgarten wird nicht einfach „sich selbst“ überlassen. Der Gärtner lässt zwar wachsen, greift aber auch ein, z.B. durch  Jäten, Schneiden von Hecken, Mulchen und natürlicher Düngung. Der Gärtner in einem Naturgarten ist also ein „biologischer Gärtner“, d.h. er arbeitet mit der Natur (und nicht gegen sie).  

Das bedeutet auch: sich und dem Garten Zeit geben, wachsen lassen und behutsam agieren! Natürlich gärtnern ist ein Weg, sich von herkömmlichen Zwängen des Gärtnerns zu befreien, im Gleichgewicht mit der Umwelt zu leben und kommenden Generationen ein Stück unversehrte Natur weiterzugeben. 

Ziel ist es, im Einklang mit der Natur seinen Garten zu genießen – und dabei »leben und leben zu lassen

Die wichtigsten Augenmerkmale richten sich auf: Boden, Pflanzenwahl, Düngung und Nährstoffbedarf, Pflanzenschutz und Wasser 

Boden: Das A und O des biologischen Gartenbaus, so auch in einem Naturgarten, besteht in der Bodenpflege, also in der Erhaltung oder der Wiederherstellung der Bodenfruchtbarkeit, d.h. der Erhalt bzw. Erzeugung von Humus. Die Humusschicht ist die meist 10 bis 30 cm dicke, oberste Schicht der Gartenerde. Unzählige Bodenbakterien, -pilze und -tiere leben in dieser Schicht und sorgen durch den ständigen Abbau organischen Materials für den Aufbau der Humusschicht. In einem Naturgarten gilt die unausgesprochene Regel, dass der Boden den Himmel nicht sehen darf.

Warum das so ist?
Ein Boden der „nackt“ daliegt, also keine schützende Bodendecke hat, trocknet schnell aus und wird durch den Wind abgetragen. Zusätzlich wird die Humusschicht verschlämmt, d.h. die fein-krümelige Struktur des Humus wird durch den Regen zerstört und hinterlässt eine harte Erdkruste, durch die nur noch wenig Luft in den Boden hineingelangen kann. Deshalb gilt das Mulchen als besonders wichtige Massnahme der Bodenbearbeitung Mulchen ist eine Form der Bodenbedeckung durch lebende Pflanzen, abgestorbenes verrottbares Material. Diese Bodenbede- ckung wirkt als Verdunstungsschutz, erhält und fördert die Bodengare (Idealzustand des Bodenhaushaltes), beeinflusst die Bodentemperatur, aktiviert das Bodenleben, verhindert Bodenverkrustung- und verfestigung durch Starkniederschla?ge, vermindert Bodenabtrag durch Wind und Niederschla?ge und unterdrückt Unkräuter. 

Weitere Bodenbearbeitung: Hakeln 

  • der Verbesserung der Fähigkeit zur Wasserhaltung,
  • Verbesserung der Bodendurchlüftung
  • der Förderung der Bodenerwärmung, des Bodenlebens sowie der Nährstoff-
  • der Lockerung von Verdichtungen, Verschlammungen und Verkrustungen,
  • dem Einarbeiten von organischen Rückständen und mineralischen Düngern,
  • der Schaffung günstiger Bedingungen für die Keimung, 

Pflanzenwahl   

Einheimische Pflanzen bevorzugen
Heimische Pflanzen sind nicht nur schon seit Generationen an unser Klima angepasst und robuster gegen Schädlinge und Krankheiten, sie bieten auch Lebensraum und Nahrungsquellen für einheimische Tierarten. Exoten hingegen brauchen viel Pflege und gleichzeitig auch Düngemittel und haben zudem einen weiten Transportweg.

Sortenvielfalt vor geschmacklicher Verarmung schützen
Das Angebot an Samen aus ökologischer Erzeugung ist begrenzt und diese werden meist nur von wenigen Betrieben und Vereinen angeboten. Anders als die von den großen Saatgutkonzernen hergestellten Hybridzüchtungen, sind diese Gemüsesamen nicht auf einen maximalen Ertrag für eine Saison hin optimiert. Dafür erhältst Du so sortenfestes Saatgut, das durch die Kultivierung über viele Jahre besser an die realen Standortbedingungen angepasst und häufig auch über eine höhere natürliche Widerstandkraft gegen Schädlinge verfügt. Beim Kauf des Saatgutes sollte daher auf die ökologische Erzeugung geachtet werden.

Düngung:

Pflanzen brauchen zur Ertragsbildung ver- schiedene Na?hrstoffe in einem bestimmten Verha?ltnis in den verschiedenen Vegetations- abschnitten. 

Die Makronährstoffen: Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K), Magnesium (Mg)

Die Mikronährstoffe Bor, Mangan, Kupfer, Zink, Molybdän und Eisen sowie Calcium und Schwefel sind ebenfalls bedeutsam für gesundes Pflanzenwachstum. 

Der Nährstoffbedarf der Pflanzen wird in drei Gruppen eingeteilt:
Starkverzehrer: Blumenkohl Chicoree Chinakohl Grünkohl Neuseeländer Spinat Rhabarber Rosenkohl Rotkohl Sellerie Weißkohl Wirsingkohl Zuckermais 

Mittelverzehrer:  Gurke Kohlrabi Kohlrübe Kürbis Mangold Meerrettich Möhre Porree Rettich Rote Rübe Schnittlauch Spargel Spinat Stangenbohne Tomate 

Schwachverzehrer: Buschbohne Erbse Feldsalat Knollenfenchel Kopfsalat Petersilie Radies Winterendivie Zwiebel 

So düngt man richtig

Vor jeglicher Düngungsmaßnahme sollten wir  den Gehalt der Nährstoffe im Boden bestimmt werden. Der Entzug der Pflanzen kann durch Abschätzen der Erntemengen und dem daraus resultierenden Entzug ermittelt werden. Die auszubringende Menge sollte immer genau abgewogen werden. 

Außerdem gilt: Mehrmalige schwache Düngung ist einer hoch dosierten Düngung immer vorzuziehen. 

Hoch dosierte Düngung kann Salzschäden durch Anteile von Chlorid- und Natriumsalzen verursachen. Mineralischer Dünger schwächt auf lange Sicht die Pflanzen und das Bodenleben, kann sehr leicht überdosiert werden und auch durch den Regen in das Grundwasser gelangen. Selbstgemachter Kompost aus pflanzlichen Abfällen aus Küche und Garten versorgt die Pflanzen mit allen nötigen Nährstoffen und belasten das Klima nicht. Außerdem weißt Du so genau, was darin enthalten ist.

Wieviel Komposterde kann ich pro Quadratmeter Boden ausbringen?
Die jährlich ausgebrachte Menge an Kompost sollte 10l/m2 Gartenfläche nicht überschreiten

Das Aufstellen einer Fruchtfolge – der planvolle Wechsel der angebauten Kulturarten auf einer Fläche über mehrere Jahre – bietet die beste Voraussetzung für einen erfolgreichen Anbau von Obst und Gemüse im Kleingarten. Die Fruchtfolge im Kleingarten sollte jährlich neu aufgestellt werden.

Unverträglichkeitsbeziehungen zwischen verschiedenen Arten sind prinzipiell zu beachten, ebenso das Einhalten bestimmter Anbaupausen einer Art auf dem gleichen Standort. Werden diese Grundsätze nicht beachtet, kommt es auch beim natürlichen Gärtner  zu Bodenmüdigkeit. 

Wasser sparen
Das beste Wasser zum Gießen kommt immer noch von „oben“.  Regenwasser ist besonders weich und zudem noch kostenlos. Deshalb wird das Wasser in Regentonnen aufgefangen oder (siehe Boden) darauf geachtet, dass es keinen nackten Boden gibt. Mulchen verhindert das Verdunsten an heißen Tagen. Außerdem wird nur in der oft zitierten Herrgottsfrühe  sowie am späteren Abend gewässert, denn dann verdunstet nicht soviel!