Endlich Nichtraucher?

Unter den Top-Neujahrsvorsätzen war wie jedes Jahr auch heuer wieder der Entschluss mit dem Rauchen aufzuhören. Manche halten eisern durch, andere haben diese Idee schon längst wieder verworfen. Fakt ist, beim Erreichen seiner Ziele – unabhängig vom gewählten Ziel, braucht es die richtige Herangehensweise. Die wird nun in einem Kurs in Bozen gelehrt.

1.825 Euro könnte sich der Durchschnittsraucher im Jahr sparen, würde er das Rauchen lassen. Nun kann man meinen, das allein wäre schon Motivation genug. Doch um sich das Rauchen ein für alle mal abzugewöhnen, ist es wichtig, das eigene Rauchverhalten genauer zu analysieren.

Dr. Bettina Meraner, Psychologin, Psychotherapeutin und Leiterin vom Dienst für Abhängigkeitserkrankungen, hat hierzu einen praktischen Tipp: Man muss sich der Situationen bewusst werden, in denen man zur Zigarette greift. Man sollte ein paar Tage lang über jede Zigarette, die man raucht, Buch führen. Anschließend sieht man sich die Notizen genauer an und erkennt, in welche Situationen man sich zur Zigarette verführen lässt. Das mag die klassische Kaffeepause in Gesellschaft der Kollegen sein oder die Zigarette nach der Arbeit, wenn der ganze Tagesstress abfällt und man sich einen Moment Ruhe gönnt. Oft ist es einfach die Lust auf Gesellschaft oder auf eine Pause, die man mittlerweile automatisch mit der Zigarette verbindet.
Der Plan ist anschließend alle Dinge und Situationen, die mit dem Rauchen gekoppelt sind, zu unterlassen. Das bedeutet beispielsweise, dass ich anstatt Kaffee einen Fruchtsaft trinke oder einfach mal am Fenster tief ein- und ausatme, wenn ich eine Pause brauche. „Auch auf vermehrten Alkoholkonsum sollte man vorerst verzichten“, sagt die Expertin, „denn der macht einen leichtsinniger und bringt einen eventuell von seinem Vorhaben ab.“

Neben der erwähnten monetären Ersparnis, sprechen auch die gesundheitlichen Vorteile für das Aufhören. Hier die beeindruckende, wissenschaftlich belegte Auflistung:

nach 1 Tag: Die Sauerstoffversorgung und Durchblutung verbessern sich.
nach 1-2 Tagen: Der Geruchs- und Geschmackssinn verbessern sich.
nach 1 Monat: Die Atemkapazität verbessert sich.
nach 1 Jahr: Das Risiko der Koronarinsuffizienz sinkt auf die Hälfte.
nach 5 Jahren: Das Risiko eines Lungen-, Mund-und Speiseröhrenkrebses halbiert sich.
nach 10 Jahren: Das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken, ist gleich hoch bzw. niedrig, wie das Risiko, das ein Nicht-Raucher hat.

Mit dem Rauchen aufzuhören zahlt sich also aus, ganz egal wie lange man schon geraucht hat und wie alt man ist! Überzeugt? Für alle, die für ihr Vorhaben Unterstützung suchen, startet nun der Kurs vom pneumologischen Dienst in Bozen, der den Entwöhnungsprozess erleichtern soll. Sein Preis liegt bei 36 Euro und die Erfolgsquote liegt bei 40% (nach einem Jahr!). Einen Versuch ist es also allemal wert. Das erste Kurstreffen findet am 19. Februar statt. Es wird um Anmeldung gebeten.

Kontakt:
Raucherberatungsstelle - Pneumologischer Dienst
W. A. Loew Cadonnaplatz 12, 39100 Bozen
Tel. 0471 909 600 oder 909 615
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag (8.30-12.00 Uhr)

Termine :

  1. Termin: Montag 19.2.2018
  2. Termin: Mittwoch 21.2.2018
  3. Termin: Montag 26.02.2018
  4. Termin: Mittwoch 28.02.2018
  5. Termin: Montag 05.03.2018
  6. Termin: Montag: 12.3.2018
  7. Termin: Mittwoch 21.3.2018

Zeitraum: 18.30-20.00 Uhr
Kursleitung: Dr. Bettina Meraner

Wer den Entschluss gefasst hat, mit dem Rauchen aufzuhören, aber keinen Kurs machen möchte - hier 7 Tipps, wie sie es auch alleine schaffen können:

1. Finden Sie den richtigen Zeitpunkt!
Symbolische Daten wie Jahresbeginn, Geburtstage oder der klassische „Montag“ helfen, weil sie für einen Neubeginn stehen. Doch auch der Tag, an dem Sie die verrauchte Jacke vom Abend davor in den Händen halten und einfach nur Ekel empfinden, kann der richtige Tag sein um den ersten Tag als Nichtraucher zu begehen.

2. Machen Sie es ganz oder gar nicht!
Erst ein bisschen weniger zu Rauchen um so stückweise aufzuhören, führt für gewöhnlich nicht zum Erfolg, denn die Lust bleibt bestehen und man nimmt die Verbesserung nicht so schnell wahr.

3. Motivieren Sie sich mit Zwischenbelohnungen!
Beschenken Sie sich erst tageweise, dann wochenweise oder monatsweise mit Kleinigkeitenl. Das motiviert und gibt einem in regelmäßigen Abschnitten einen Motivationsschub um dranzubleiben.

4. Geben Sie an!
Sprechen Sie über ihre Erfolge Tag für Tag mit Familie, Freunden und Kollegen. Das motiviert und bringt Unterstützung von außen!

5. Führen Sie Rituale ein!
Viele Ex-Raucher tappen in die Schokofalle und gehen von der Nikotinabhängigkeit in die Gewohnheit über viel Schokolade und Knabberzeug zu verdrücken. Bemühen Sie sich aktiv neue Rituale einzuführen. Cremen Sie sich die Hände ein, oder schneiden Sie sich in der Pause einen Apfel.

6. Planen Sie eine Investition!
Wer keine Zigaretten (mehr) kauft, spart bares Geld. Je nachdem, wie viel Sie vorher konsumiert haben, kommt so bald ein gewisses Sümmchen zusammen.  Und wer weiß, vielleicht geht’s zu Jahresende mit dem ersparten Geld ja sogar ab in die Karibik.

7. Treiben Sie Sport!
Vielleicht waren Sie bereits sportlich aktiv – aber garantiert nicht so erfolgreich, wie Sie es gewesen wären, hätten Sie die Zigaretten schon früher an den Nagel gehängt. Probieren Sie’s aus, gewiss fällt das Laufen jetzt viel leichter.