Digital Detox

Viele Studierende und Arbeitnehmer klagen über Stress - ausgelöst durch ständige Erreichbarkeit. Unser Gehirn wird kontinuierlich bombardiert von einer Datenflut aus Bildern, Texten, Videos und weiteren Umwelteinflüssen. Abschalten ist da leichter gesagt als getan, wäre aber dringend nötig, sagen Experten.

Die Digitalisierung macht das Arbeitsleben zwar leichter, kann aber auch zu einem Gefühl von Überlastung führen. Kaum einer von uns verbringt auch nur einen Tag ohne zu mailen, zu skypen, WhatsApp zu nutzen, sein Facebook-Profil zu checken, im Netz zu surfen oder fernzusehen. Abschalten scheint heutzutage im wahrsten Sinne des Wortes unmöglich zu sein.

So kam der Trend der digitalen Entgiftung auf - international auch unter dem Begriff „Digital Detox“ bekannt. Dieser Trend besteht darin, sich selbst eine Auszeit von sämtlichen Medien zu gönnen. Angefangen hat das Ganze unter dem Motto „Disconnect to Reconnect“ (dt. sich trennen um wieder anzuschließen) mit Hippiecamps im Silicon Valley, bei welchen man tagelang ohne jegliche Medien auskommen musste.

Aber keine Angst: Bei der digitalen Entgiftung geht es keineswegs darum Smartphone und Co. komplett aus dem Leben zu verbannen. Es geht dabei vielmehr um kontrollierten Konsum. Das bedeutet man überlegt sich aktiv, wie und wann man auf den Konsum digitaler Geräte verzichten kann oder möchte. Beispielsweise entscheiden sich Menschen in der Familie oder im Freundeskreis immer öfter dafür, das Smartphone beim gemeinsamen Essen bewusst wegzulegen um dem direkten Gegenüber die uneingeschränkte Aufmerksamkeit zu widmen.

Doch nicht nur soziale Beziehungen, sondern auch unser Körper leidet unter der ständigen Reizübeflutung. Wohlfühlcoach Martin Kiem nennt einen der Hauptgründe, der über unsere Schlafqualität bestimmt. „Das kurzwellige (blaue) Licht, das Computer, Bildschirme und Handys verwenden, stört unseren Hormonhaushalt, vor allem das Melatonin, das Schlafhormin, welches für unseren Schlaf verantwortlich ist. Je mehr Zeit ich abends vor dem Bildschirm verbringe (engl. Screentime), desto weniger Melatonin wird in unserem Körper produziert und ausgeschüttet. Folglich schlafe ich schlechter und fühle ich mich dann am nächsten Tag nicht so ausgeruht“, erklärt er.

Abends also nicht immer passiv in die Röhre oder aufs Smartphone glotzen, sondern auch mal ein gutes Buch lesen oder eine Runde spazieren gehen. Und das Handy am besten abschalten anstatt lediglich auf stumm umzuschalten, damit auch wirklich nichts dazwischen kommt…