Die zickige Petersilie

Ob mit glatten oder mit krausen Blättern, Peterilie darf in keinem Kräutergarten fehlen. Schließlich hat es seinen Titel als beliebtestes Kraut zu verteidigen. So beliebt die Petersilie auch ist, leider muss man feststellen : Petersilie ist ganz schön zickig!

Egal ob mit krausen oder glattern Blättern - die Petersilie zickt! Das bedeutet entweder sie nicht keimt nicht oder gleich nach dem Auflaufen wird sie gelb und abstirbt ab. Dieses Problem tritt vor allem bei Aussaaten im Garten auf. Das Hauptproblem: die Selbstunverträglichkeit des Gewürzkrautes! Aber die Petersilie kommt nicht nur mit sich selbst nicht zurecht, auch andere Doldenblütler wie z.B. Karotten oder Dill dürfen in den letzten 4 Jahren nicht auf diesem Platz gestanden sein.

Eine direkte Aussaat im Garten ist erst ab Anfang Mai möglich, da die Gartenerde sich zunächst einmal leicht erwärmt haben sollte. Die ideale Bodentemperatur beträgt 9 Grad Celsius – je wärmer, umso besser und schneller keimt der Samen. Humusreich und locker sollte die Erde sein aber niemals mit Dünger (Ausnahme Kompost) angereichert! Dünger hemmt nämlich die Keimung!

Wenn Petersilie nicht richtig wächst, stecken oft schlechte Wachstumsbedingungen dahinter. Meist sind es kalte Temperaturen oft in Verbindung mit viel Feuchtigkeit. Die empfindlichen Wurzeln der Petersilie sterben bei Nässe schnell ab. Möhrenwurzelläuse, schädliche Bodennematoden, aber auch Pilzerkrankungen wie Sclerotinia, Septoria-Blattflecken und Falscher Mehltau können dem Küchenkraut erheblich zusetzen. Schützen Sie die jungen Keimlinge im Freien vor Schneckenfraß, denn sie sind ein zarter Leckerbissen.

Expertentipp von Andreas Modery: Selber nachziehen!
Ab März kann die Petersilie aus Saatgut nachgezogen werden. Der beste Platz ist die Fensterbank über einer Heizung, da die Petersilie zur Keimung „warme Füße“ liebt. Wichtig ist, dass die sogenannte Anzuchterde benützt wird, da sie garantiert ohne Dünger ist und somit die Keimung nicht gefährdet ist. Das Anzuchtgefäß (z.B. Anzuchtschale, Blumenkasten oder -topf ) wird bis kurz unter den Rand mit Anzuchterde gefüllt und eingeebnet. Darauf wird der Samen gut verteilt, leicht mit Erde bedeckt, vorsichtig angedrückt und schließlich mit Wasser besprüht. Wenn die Zimmertemperatur bei rund 20 Grad Celius liegt, keimt die Petersilie innerhalb der nächsten 14 Tage. Ist es kühler auf der Fensterbank, dann verzögert sich die Keimung des Saatgutes.

Achtung: In der Keimzeit darf die Erde nicht austrocknen, denn schon bei kurzer Trockenheit stirbt der Petersilien-Nachwuchs ab.

Übrigens: Damit schnell kräftiges Grün zu ernten ist: Decken Sie die Neupflanzung mit einem Verfrühungsvlies ab.